Angriff auf muslimisches Zentrum in Portugal wird nicht als Terrorakt eingestuft

Der Angriff auf das Ismaeliten-Zentrum lag einem "psychotischen Zusammenbruch des Angreifers" zugrunde. Es handle sich dabei nicht um einen terroristischen Akt, so die Polizei.

Lusa.pt
Two dead in attack on Ismaili Center in Lisbon
Am 28. März wurden bei einem Messerangriff im Ismaeliten-Zentrum in Lissabon zwei Menschen getötet, und der mutmaßliche Angreifer wurde von der Polizei festgenommen. [EPA-EFE/ANTONIO COTRIM]

Der Angriff auf das Ismaeliten-Zentrum lag einem „psychotischen Zusammenbruch des Angreifers“ zugrunde. Es handle sich dabei nicht um einen terroristischen Akt, so die Polizei.

Am 28. März waren bei einem Messerangriff im Ismaeliten-Zentrum in Lissabon zwei Menschen getötet und der mutmaßliche Angreifer von der Polizei festgenommen worden.

Der Polizeibehörde gelang es durch mehrere nationale und internationale Ermittlungen, das Leben des Täters zu skizzieren, und sie fand „kein einziges Anzeichen“ dafür, dass es sich um eine „religiöse Radikalisierung“ handelte, so Kriminalpolizeidirektor Luis Neves am Mittwoch.

Obwohl der Fall noch untersucht wird, sagte Neves, dass der Zustand des Angreifers psychiatrisch untersucht werden sollte. Er erklärte, dass dieser Angriff mit einem „psychotischen Zusammenbruch“ zusammenhängen könnte und dass alle Anzeichen für ein religiös oder terroristisch motiviertes Verbrechen ausgeschlossen wurden.

Der Angreifer, der nach dem Schusswechsel mit der Polizei ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wird voraussichtlich erst in 10 Tagen entlassen und kann erst dann von einem Untersuchungsrichter befragt werden.

Über den Angreifer, einen afghanischen Flüchtling, der zuvor durch Griechenland gereist war und beabsichtigte, bald mit seinen kleinen Kindern nach Deutschland zu reisen, sagte Neves, er habe „eine westliche Lebensweise“ angenommen, weit entfernt von jeglicher Radikalisierung.

Der Angreifer war wohl mit den Menschen in seinem Umfeld unzufrieden, ob es sich dabei um eine Psychose handelt, wollte der Ermittler noch nicht abschließend sagen.

Der Polizeidirektor bestätigte auch, dass ein Durchsuchungsbefehl für die Wohnung des Täters beantragt worden sei und dass die Staatsanwaltschaft „volle und umfassende Unterstützung“ bei den Ermittlungen biete.

Während der Konferenz begrüßte Neves das schnelle und wirksame Eingreifen der Polizeikräfte unmittelbar nach dem Angriff, das nach seinen Worten verhinderte, dass die Zahl der Toten und Verletzten viel höher war.