Aschewolke - IATA attackiert EU
Die Internationale Luftfahrtvereinigung IATA hat am Montag einen unprofessionellen Umgang der EU-Staaten mit der Vulkanaschewolke kritisiert. Die Kommission will staatliche Hilfen für Airlines erleichtern.
Die Internationale Luftfahrtvereinigung IATA hat am Montag einen unprofessionellen Umgang der EU-Staaten mit der Vulkanaschewolke kritisiert. Die Kommission will staatliche Hilfen für Airlines erleichtern.
Es gebe "keine Risikoeinschätzung, keine Konsultation, keine Koordinierung und keine Führung", sagte IATA- Präsident Giovanni Bisignani am Montag in Paris. Die Lufträume müssten schnell auf der Grundlage der bei Tests ermittelten Daten geöffnet werden, sobald die Fakten vorlägen.
Die Fluggesellschaften verlören jeden Tag mindestens 200 Millionen Dollar (148 Millionen Euro) wegen der Flugverbote, sagte Bisignani. Sicherheit gehe natürlich vor. Doch in einer solchen Krisenlage habe es fünf Tage gedauert, bis die EU eine Videokonferenz zustande gebracht habe. Die Entscheidungen über Luftraumschließungen dürften nicht nur von Computermodellen abhängen, sondern müssten auf Fakten gründen. Vulkane seien in vielen Weltteilen aktiv.
Lufthansa: Skandalöses Flugverbot
Auch die Deutsche Lufthansa verschärft den Ton (Siehe EURACTIV vom 18. April 2010). "Wir halten es für skandalös, dass die Verbote nur auf Grundlage einer einzigen Quelle verhängt werden", sagte Lufthansa-Konzernsprecher Klaus Walther der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Die Airline erleide wegen des Flugverbots massive Umsatzrückgänge und erwäge Regressansprüche. "Wir behalten uns auch vor, die Frage zu stellen, wer haftet eigentlich, wer kommt für die Schäden auf?", sagte Walther.
Es sei zwar korrekt, dass der Luftraum anfangs ohne Messungen gesperrt worden sei, um Gefahren zu vermeiden. Aber danach hätten die Behörden sofort mit Tests und Messungen beginnen müssen, um das weitere Vorgehen zu untermauern.
Heute Nachmittag halten die EU-Verkehrsminister eine Video-Konferenz zum Krisenmanagement ab. Die spanische Ratspräsidenschaft bemüht sich um ein gemeinsames Vorgehen, heißt es in einer Pressemitteilung.
EU-Kommission will Hilfen erleichtern
Wegen der Millionenverluste der Airlines infolge der Asche-Wolke will die EU-Kommission staatliche Finanzspritzen für die Unternehmen erleichtern. "Wir sind bereit, ähnlich zu reagieren wie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Montag in einer Rede bei der Denkfabrik European Policy Centre (EPC) in Brüssel.
Die Kommission beabsichtigt, einen Rahmen mit Regeln aufzustellen. Innerhalb dieser Grenzen dürften die Staaten ihren Airlines dann Notfallhilfen gewähren, ohne dass sie jeweils einzeln und in einem langen Verfahren in Brüssel genehmigt werden müssten. Das würde deutlich schneller gehen. "Solche Hilfen müssen anders geprüft werden", sagte Almunia.
Der Kommissar betonte, dass es Sache der Regierungen sei, über Nothilfen für Fluggesellschaften zu entscheiden. "Der EU-Staat muss belegen, dass ein Unternehmen die Hilfe dringend braucht und dass die Summe verhältnismäßig ist", sagte der Kommissar. Eine solche Finanzspritze sollte die direkten Kosten oder Ausfälle der Firma abdecken.
dpa/awr
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IATA: Re-Think of Volcano Measures – Governments Must Base Decisions on Fact Not Theory. Pressemitteilung. (19. April 2010).