Belgien verbietet Chinas KI-Tool DeepSeek auf Regierungsgeräten
Beschäftigte der föderalen öffentlichen Verwaltung hatten bis Montag Zeit, die generative KI-App von ihren Arbeitsgeräten zu deinstallieren.
Belgien hat sich einer wachsenden Zahl von Ländern angeschlossen, die das chinesische generative KI-Tool DeepSeek auf Geräten von Regierungsbeamten und öffentlichen Bediensteten verbieten, nachdem eine Cybersicherheitsbehörde Bedenken geäußert hatte.
Beschäftigte der föderalen öffentlichen Verwaltung hatten laut einer vom Ministerium verbreiteten und in lokalen Medien berichteten Mitteilung bis Montag Zeit, die DeepSeek-Apps von allen Arbeitsgeräten zu deinstallieren.
Die Ministerin für öffentliche Verwaltung und Modernisierung, Vanessa Matz, hatte den Schritt im September angekündigt, nachdem sie die Ergebnisse einer Analyse des Centre for Cybersecurity Belgium zur Nutzung von KI-Werkzeugen in der Verwaltung erhalten hatte. Das Verbot sei präventiv, so die Ministerin.
„Das Vertrauen in die Regierung beruht auf grundlegenden Prinzipien der Prävention, des Schutzes personenbezogener Daten der Bürgerinnen und Bürger und der Cybersicherheit“, erklärte Matz in einer Stellungnahme. „Mit dem Verbot dieses Systems zeigen wir Wachsamkeit, um sicherzustellen, dass unsere Regierungsbehörden ein sicheres, geschütztes und vorbildliches Umfeld bleiben.“
Die Regierung ergänzte in einer Pressemitteilung, dass „Risiken für den Schutz von Daten, die an das DeepSeek-KI-Tool übermittelt werden“, das vorsorgliche Verbot rechtfertigten.
Auch andere europäische Länder haben ähnliche Maßnahmen ergriffen: Tschechien und die Niederlande untersagten die Nutzung von DeepSeek auf dienstlichen Geräten von Regierungsangestellten bereits im Juli beziehungsweise Februar. Italien, Australien, Taiwan und Südkorea haben ebenfalls Schritte angekündigt, um die Privatsphäre und Sicherheit ihrer Bürger zu schützen.
Der chinesische KI-Entwickler hatte Branchenbeobachter überrascht, als er Anfang des Jahres ein generatives KI-Tool vorstellte und behauptete, dafür weit weniger Ressourcen benötigt zu haben als US-Wettbewerber.
Doch die weltweite Einführung von DeepSeek hat auch aus anderen Gründen erhebliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Ein Bericht von Reuters vom Juni äußerte Bedenken, dass die App persönliche Daten nach China sende und möglicherweise sogar mit chinesischen Geheimdienst- und Militärdiensten kommuniziere.
Nach dem EU-Start im Januar geriet die chinesische KI schnell ins Visier europäischer Datenschutzbehörden. Im Juni forderte die Bundesnetzagentur sogar Google und Apple auf, die App von DeepSeek aus ihren jeweiligen App-Stores zu entfernen.
DeepSeek wurde um eine Stellungnahme zum belgischen Verbot gebeten.
(nl, jl)