Belgien will Asylbewerber besser in Arbeitsmarkt integrieren
Die belgische Bundesagentur für die Aufnahme von Asylbewerbern hat einen Aufruf zur Einreichung von Projekten gestartet, um Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wie die Staatssekretärin für Asyl und Migration Nicole de Moor am Mittwoch mitteilte.
Die belgische Bundesagentur für die Aufnahme von Asylbewerbern hat einen Aufruf zur Einreichung von Projekten gestartet, um Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wie die Staatssekretärin für Asyl und Migration Nicole de Moor am Mittwoch mitteilte.
Ziel sei es, „Projekte zu fördern, die sich auf die Aktivierung und Teilhabe von Asylbewerbern an der Gesellschaft konzentrieren“, um den Leitlinien 2024 der Agentur für Asylbewerber Fedasil und denen des belgischen Staates zur Migrationspolitik zu entsprechen.
„Asylbewerber in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist eine Win-Win-Situation für die Betroffenen und für die Unternehmen, denen es an Arbeitskräften mangelt“, sagte die flämische christlich-demokratische Ministerin (CD&V/EVP).
Derzeit erfüllen mehr als 17.800 Asylbewerber, die in Aufnahmezentren untergebracht sind, die Kriterien, um arbeiten zu dürfen, wie das Ministerium auf Anfrage von De Tijd mitteilte.
Da die meisten der derzeit 10.000 erwerbstätigen Asylbewerber in der Zeitarbeit tätig sind, möchte die Ministerin eine strukturelle Zusammenarbeit zwischen den Zentren und der Zeitarbeitsbranche aufbauen. So soll die Gesamtzahl der erwerbstätigen Asylbewerber erhöht werden.
Mögliche Projekte könnten sich beispielsweise mit der Bereitstellung von hochwertigem Wohnraum durch Arbeitgeber, mit innovativen Formen des gemeinsamen Wohnens oder mit dem Abbau von Hindernissen bei der Kinderbetreuung für Alleinerziehende in Aufnahmezentren befassen.
Belgien sieht sich seit einigen Jahren mit einem erheblichen Anstieg der Asylbewerberzahlen konfrontiert. So wurden im Jahr 2022 fast 37.000 Asylanträge in Belgien registriert. Das ist ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zu 2021.
Im ersten Quartal des Jahres ergriff die Regierung Maßnahmen zur Bewältigung des Ansturms, indem sie die Zahl der Zwangsrückführungen verdoppelte und ein neues Abkommen über die Migration vorlegte.
Der belgische Staat wurde jedoch wiederholt für den Umgang mit Asylbewerbern kritisiert. Insgesamt entschieden Gerichte in mehr als 1.100 Fällen gegen den Staat, weil er die Aufnahme von Asylbewerbern fälschlich abgelehnt hatte. Fedasil selbst wurde mehr als 4.500 Mal wegen ähnlicher Vergehen verurteilt, zuletzt am 19. Juli 2023 durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR).