Belgische Verteidigung will Cyber-Kommando einrichten

Eine Cyber-Komponente der belgischen Verteidigung soll noch vor Ende der Legislaturperiode 2024 einsatzbereit sein, kündigte Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder am Mittwoch an.

Euractiv.com
Da die Ministerin bereits verstanden hatte, dass Belgien sich schützen und den Cyberspace verstehen muss, schlug sie gleich nach ihrem Amtsantritt Ende 2020 die Einrichtung eines Cyberkommandos vor, das die Anerkennung des Cyberspace als operativen Bereich durch die NATO widerspiegelt. [[EPA-EFE/ZIPI]]

Belgien plant eine eigenständige Cybersicherheitsabteilung einzurichten, um besser gegen die Bedrohungen des 21. Jahrunderts gewachsen zu sein, kündigte Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder am Mittwoch an.

Dedonder hat am Mittwoch eine neue Komponente für die belgische Verteidigung vorgestellt, die noch vor Ende der Legislaturperiode 2024 einsatzbereit sein soll.

Die Cyber-Komponente wird die derzeitige Verteidigungsstruktur ergänzen, die sich aus einer Landkomponente, einer Luftkomponente, einer Marinekomponente und einer medizinischen Komponente zusammen setzt. Ziel ist es, die Fähigkeiten der belgischen Armee im Cyberspace stärken.

Bereits bei ihrem Amtsantritt 2020 schlug die Ministerin die Schaffung des Cyberkommandos vor, um die Bedeutung des Cyberspace als Einsatzgebiet der NATO zu unterstreichen.

Dieser Wunsch wurde im STAR-Plan (Sicherheit & Service – Technologie – Ambition – Resilienz) des Landes bestätigt, der Anfang dieses Jahres von der Regierung und dem Parlament verabschiedet wurde.

„Wir sprechen nicht von einem militärischen und einem zivilen Cyberspace. Wir sprechen von einem einzigen Cyberspace. Und deshalb wollen wir eine duale Cyber-Komponente schaffen. Dies wird uns ermöglichen, unsere militärischen und kritischen nicht-militärischen Systeme zu schützen […]“, sagte sie gestern Morgen gegenüber La Première.

„Sie wird es uns auch ermöglichen, in die virtuelle Welt einzudringen, um Informationen zu sammeln, Eindringlinge zu verhindern und bei Bedarf einen Gegenangriff zu starten“, fügte sie hinzu.

Innerhalb des militärischen Nachrichtendienstes SGRS gibt es bereits eine Cyber-Komponente. Sie kann im Falle einer Bedrohung militärischer Systeme angreifen, aber diese Fähigkeit wurde nun auch auf nicht-militärische kritische Infrastrukturen ausgedehnt.

Die Ministerin erklärte, dass Cyberangriffe auf Belgien nicht neu seien, da das Verteidigungsministerium erst im vergangenen Dezember angegriffen worden sei.

Sie erklärte auch, dass der Krieg in der Ukraine wieder einmal gezeigt habe, dass der Cyberspace ein echter „Operationsraum“ für militärische Tätigkeiten sei.