Bericht: Keine Fortschritte bei der Förderung der Jugend in Europa seit 2018
Laut dem Youth Progress Index, den das Europäische Jugendforum am Mittwoch (18. Oktober) vorstellte, hat es seit 2018 keine Fortschritte in den Bereichen Wohlbefinden, Zugang zu Rechten und Lebensqualität für junge Menschen gegeben.
Laut dem Youth Progress Index, den das Europäische Jugendforum am Mittwoch (18. Oktober) vorstellte, hat es seit 2018 keine Fortschritte in den Bereichen Wohlbefinden, Zugang zu Rechten und Lebensqualität für junge Menschen gegeben.
Junge Menschen stehen beim Übergang von ihrer Kindheit zum Erwachsenenalter vor vielen Herausforderungen, sagte die Präsidentin des Europäischen Jugendforums, María Rodríguez Alcázar, bei der Präsentationsveranstaltung im Bozar Centre for Fine Arts in Brüssel.
„Es gibt weitere Hindernisse und Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, nur weil wir in einer anderen Zeit leben. Zum Beispiel die Pandemie, die wir erst vor ein paar Jahren erlebt haben, aber auch die Klimakrise, die Herausforderungen und Bedrohungen für unsere Demokratie und Gesellschaft sowie die digitale Revolution“, erklärte Rodríguez Alcázar.
Der Youth Progress Index ist eine umfassende länderspezifische Analyse der Lebensqualität junger Menschen weltweit, die sich mit den „dringenden Bedürfnissen junger Menschen, der Überwindung von Problemen, die ihrem Wohlergehen im Wege stehen, und der Bereitstellung von Ressourcen für die Gestaltung einer gerechteren Gesellschaft“ befasst.
Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, werden Vergleiche zwischen Ländern mit ähnlicher Wirtschaftsleistung und ähnlichem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf angestellt, wobei die politischen Unterschiede der einzelnen Länder berücksichtigt werden.
Die Gesamtpunktzahl basiert auf der Bewertung der „Leistung eines Landes in drei Schlüsselbereichen: menschliche Grundbedürfnisse, Grundlagen für das Wohlbefinden und Zukunftschancen“, heißt es auf der Website des Index.
Die neuen Daten zeigen, dass sich Europa im Bereich der Jugendentwicklung seit 2011 nur wenig verbessert hat, wobei die Situation seit 2018 im Wesentlichen stagniert.
Großbritannien gehört zusammen mit Frankreich, Neuseeland, Australien und dem Südsudan zu den Ländern, die in den letzten zehn Jahren keine Fortschritte gemacht haben, während der gesamte europäische Kontinent nach Nordamerika weltweit am zweitschlechtesten abschneidet.
Bei der Veranstaltung im Bozar Centre for Fine Arts ging es nicht nur um die Vorstellung des Index, sondern auch darum, die Gründe zu ermitteln, warum Europa – neben vielen anderen Regionen weltweit – bei den Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität für junge Menschen stagniert.
Die EU und die jungen Menschen
Das Jahr 2022 war das Europäische Jahr der Jugend, wie die Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, im September 2021 in ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union ankündigt hatte.
Da die meisten Zuständigkeiten in den Bereichen Soziales und Bildung Teil der nationalen Gesetzgebung sind, gibt es trotz EU-Veranstaltungen, Gesprächen und verschiedenen Initiativen für junge Menschen nur einen geringen Handlungsspielraum für konkrete Rechtsvorschriften, die sich an Europas Jugend richten.
Das Europäische Parlament zum Beispiel organisiert regelmäßig das European Youth Event, eine große Veranstaltung für junge Menschen, bei der die Teilnehmer direkt mit den EU-Abgeordneten sprechen können.
Am 11. Oktober ging der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) noch einen Schritt weiter und öffnete seine Türen für junge Menschen im Rahmen des „EU-Jugendtests“.
Laut seiner Website ist der EU-Jugendtest ein „Instrument zur Folgenabschätzung, das sicherstellt, dass junge Menschen berücksichtigt werden, wenn die EU über neue politische Maßnahmen und Gesetze entscheidet“.
Der EWSA ist eine EU-Institution, die die Europäische Kommission bei der Ausarbeitung von Gesetzesvorschlägen berät.
(Bearbeitet von Nathalie Weatherald)