Bitcoin-Investmentplan der Tschechischen Nationalbank erregt Aufmerksamkeit

Die Tschechische Nationalbank wird die Möglichkeit prüfen, im Rahmen ihrer Devisenreserven in Bitcoin zu investieren. Zweifel an den Vorhaben kommen unter anderem vom tschechischen Finanzminister.

EURACTIV.cz
Value Of Bitcoin Approaches Its All-time High
Die Erwägung von Bitcoin als Teil der Reserven erregte Aufmerksamkeit, als der Gouverneur der Tschechischen Nationalbank, Aleš Michl, die Idee kürzlich in einem Interview mit der Financial Times diskutierte. [[Chesnot/Getty Images]]

Die Tschechische Nationalbank prüft die Möglichkeit, in Bitcoin zu investieren. Zweifel an den Vorhaben kommen unter anderem vom tschechischen Finanzminister.

Prag – Die Nationalbank hat eine detaillierte Analyse in Auftrag gegeben, um neue Investitionsmöglichkeiten zu erkunden, die die wachsende Rolle von Bitcoin als globales Phänomen berücksichtigen. Laut der stellvertretenden Gouverneurin der Nationalbank, Eva Zamrazilová, könnte die Analyse bis Ende August oder September abgeschlossen sein.

„Wir haben eine Analyse in Auftrag gegeben, um Investitionen in verschiedenen Anlageklassen zu untersuchen. Dabei geht es nicht nur um Bitcoin, sondern auch um Unternehmensanleihen, Immobilienfonds, den NASDAQ und Technologieindizes – im Wesentlichen geht es darum, die verfügbaren Optionen zu ermitteln“, sagte die Vize-Gouverneurin am Sonntag.

Die Erwägung von Bitcoin als Teil der Reserven erregte Aufmerksamkeit, als der Gouverneur der Tschechischen Nationalbank, Aleš Michl, die Idee kürzlich in einem Interview mit der Financial Times diskutierte. Er schlug vor, dass Bitcoin möglicherweise bis zu fünf Prozent der gesamten Reserven der Bank ausmachen könnte.

Zamrazilová stellte klar, dass diese Zahl nur zur Veranschaulichung diene. „Ein solcher Vorschlag wurde vom Bankvorstand nie diskutiert“, erklärte sie und betonte, dass Michl die Idee Bitcoin eher als Sondierungsidee anstelle eines konkreten Plans vorgestellt habe.

Jegliche Behauptungen, dass politischer Einfluss bei der Analyse eine Rolle gespielt habe, wies die Vize-Gouverneurin zurück und verwies auf das neu verabschiedete Gesetz, indem die Bank den Markt für Kryptowährungen überwachen werde. „Ich halte Bitcoin nicht für ideal oder geeignet, aber wir müssen uns irgendwie damit befassen, denn es ist ein globales Phänomen, ähnlich wie andere Anlageklassen.“

Finanzminister Zbyněk Stanjura zeigte sich ebenfalls kritisch gegenüber dem Vorschlag, da er Bitcoin-Investitionen nicht empfehlen würde. Die Situation sei ein „Sturm im Wasserglas“: „Manchmal sage ich meinen Kollegen, dass sie nicht laut am Mikrofon nachdenken sollen. Ich fürchte, dass der Gouverneur zu weit vorausgedacht hat, was zu einer unnötigen Blase geführt hat.“

Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, hat sich bereits gegen die Aufnahme von Bitcoin in die Zentralbankreserven ausgesprochen.

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