Botschaft und Logo von tschechischer Ratspräsidentschaft abgeschwächt [DE]
Das Logo der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft und das dazugehörige Motto ‚Europa ohne Grenzen’ wurden diese Woche offiziell vorgestellt. Allerdings scheint Tschechien damit in gewisser Weise Abstand von seiner früheren Botschaft zu nehmen, die lautete ‚Wir tun Europa Gutes’.
Das Logo der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft und das dazugehörige Motto ‚Europa ohne Grenzen’ wurden diese Woche offiziell vorgestellt. Allerdings scheint Tschechien damit in gewisser Weise Abstand von seiner früheren Botschaft zu nehmen, die lautete ‚Wir tun Europa Gutes’.
Der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolánek und sein Stellvertreter Alexander Vondra stellten am Mittwoch (12. November 2008) bei einer Pressekonferenz im Ausstellungspalast in Prag den Medien und der Öffentlichkeit die visuelle Identität der bevorstehenden Präsidentschaft vor.
Neben dem Logo enthüllten die Minister auch eine Reihe anderer Designs, die während der Präsidentschaft auf den Regierungsfahrzeugen und an allen offiziellen Veranstaltungsorten angebracht werden sollen. Darunter befindet sich auch eine Europakarte, auf der die Mitgliedstaaten mit ihren Länderkürzeln (UK, DE usw.) in den nationalen Farben dargestellt werden.
Tschechen ein ‚spielerisches Volk’…
Insgesamt sei die visuelle Identität der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft unterhaltsam und fröhlich; und mit Sicherheit nicht langweilig. Dasselbe gelte für das Logo, das den Charakter der Tschechen widerspiegele: sie seien ein spielerisches Volk, originell, modern und offen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident für Europäische Angelegenheiten Vondra.
Vor kurzem hatte die tschechische Regierung einen umstrittenen Werbefilm ausgestrahlt, in dem Würfelzucker die tschechische Ratspräsidentschaft mit dem Motto ‚Wir tun Europa Gutes’ symbolisierte (EURACTIV vom 12. September 2008).
David Král vom Europeum Institute for European Policy in Prag versuchte jüngst, die Bedeutung des Werbefilms zu erklären. Eigenwilligkeit und eine gewisse provokative Haltung seien Bestandteile des tschechischen Charakters.
Mit Blick auf die berühmte Äußerung des Präsidenten, die Tschechische Republik müsse sich in der EU auflösen wie ein Zuckerstück in einer Tasse Tee, sagt Král, dass die Regierung diese Metapher auch für eine andere Botschaft hätte verwenden können: „Ja, wir lösen uns auf, aber letztlich ist es der Zucker, der das Endprodukt beeinflusst“, erklärte er.
… und mit Sicherheit ‚keine Spielverderber’
Die tschechische Regierung meint, dass das Logo und das Motto ‚Europa ohne Grenzen’, die diese Woche enthüllt wurden, zeigten, dass die Tschechen keine Spielverderber seien.
Das optische Erscheinungsbild der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft zeige, dass die Tschechen keine Spielverderber seien, dass sie nicht vor mutigen Schritten zurückschreckten und dass sie ihren eigenen Stil besäßen. Er denke, dies werde dazu führen, dass langwierige Besprechungen während der tschechischen Ratspräsidentschaft aufgelockert würden, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Vondra.
Prioritäten der tschechischen Ratspräsidentschaft
Ministerpräsident Topolánek nutzte die Vorstellung des Logos, um die Prioritäten der EU-Präsidentschaft seines Landes vorzustellen: Wirtschaft, Energie und Außenpolitik. Außerdem betonte er, dass seine Regierung einen „flexiblen Ansatz“ verfolgen werde, um Themen von allgemeinem Interesse zu behandeln.
Topolánek kündigte an, dass die Tschechische Republik beabsichtige, sich auf die Wirtschaft und besonders auf eine europäische Antwort auf die Finanzkrise zu konzentrieren. Im Bereich Energie ständen Sicherheitsfragen und Fortschritte beim Klima- und Energiepaket oben auf seiner Agenda.
In der Außenpolitik beabsichtigt die tschechische EU-Ratspräsidentschaft, sich auf die Intensivierung der transatlantischen Beziehungen zu konzentrieren (EURACTIV vom 12. September 2008), besonders nach dem Sieg Barack Obamas bei den US-Präsidentschaftswahlen am 4. November (EURACTIV vom 5. November 2008). Außerdem hofft die Regierung die östliche Dimension der Gemeinschaft zu stärken und besonders die Länder des Westbalkans und Kroatien bei ihren Bemühungen um einen EU-Beitritt zu unterstützen.
Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft beginnt am 1. Januar 2009.