Brandenburg eröffnet eigene "Botschaft" in Polen

Noch in diesem Jahr will Brandenburg eine eigene Vertretung in Stettin eröffnen. Das kündigte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) im Gespräch mit europäischen Journalisten in Potsdam an.

Deutsch-polnische Grenze: Eine Repräsentanz der Brandenburger in Stettin soll die Kooperation der Nachbarn fördern. Foto: dpa
Deutsch-polnische Grenze: Eine Repräsentanz der Brandenburger in Stettin soll die Kooperation der Nachbarn fördern. Foto: dpa

Noch in diesem Jahr will Brandenburg eine eigene Vertretung in Stettin eröffnen. Das kündigte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) im Gespräch mit europäischen Journalisten in Potsdam an.

Der brandenburgische Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers wird im Laufe dieses Jares eine eigene Repräsentanz des Bundeslandes Brandenburg in der polnischen Stadt Stettin eröffnen. Das gab der Politiker der Linkspartei in einem Gespräch mit EU-Journalisten in Potsdam bekannt.

Gerade Stettin sei für Brandenburg von großem Interesse, weil es die einzige große Stadt in der Nachbarschaftsregion sei.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den benachbarten Woiwodschaften sei für Brandenburg äußerst wichtig, aber wegen der total unterschiedlichen Strukturen auch schwierig, vor allem wenn auf der polnischen Seite die Lokalregierung und die Zentralregierung verschiedener Ansicht seien.

Die Bereiche, in denen Brandenburg mit den polnischen Nachbarn zusammenarbeiten will, sind Wissenschaft, Tourismus und Logistik (Häfen, Straßen und Internetverbindungen) und Kultur. Auch Unternehmen sollen untereinander kooperieren, desgleichen Kommunen und Vereine.

Ferner soll die Entwicklung der "Doppelstädte" – wie Frankfurt an der Oder oder Guben, die durch die Grenze geteilt sind – gefördert werden.

Drei Hauptprobleme im Umgang mit Polen


Das Büro in Stettin soll anfangs mit einem deutschen Mitarbeiter und einer polnischen Arbeitskraft besetzt sein. Die Gründung der Vertretung erfolgt ausdrücklich nur in Absprache mit den polnischen Akteuren.

Es gebe drei Hauptprobleme im Umgang mit Polen: die Sprache, die unterschiedliche Verwaltungspraxis und der zentralstaatliche Aufbau. Aber die Erfahrung der letzten zwanzig Jahre zeige, so Christoffers, dass bei gleichberechtigtem politischen Umgang diese Probleme zu überwinden seien. "Manches dauert vielleicht ein bisschen länger."

Christoffers sprach vor Journalisten aus acht EU-Ländern, die zur Zeit an einem intensiven EU-Seminar in Berlin teilnehmen und dem Minister regionalpolitische Fragen stellten. Das Seminar wird von EURACTIV.de in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung durchgeführt.

 

Ewald König