Britische Wettbewerbsbehörde untersucht Amazon-Anthropic-Partnerschaft
Die britische Wettbewerbsbehörde hat eine formelle Untersuchung der Fusion zwischen Amazon und dem KI-Unternehmen Anthropic eingeleitet. Dies geht aus einer am Donnerstag (8. August) veröffentlichten Erklärung hervor.
Die britische Wettbewerbsbehörde hat am Donnerstag (8. August) angekündigt, eine formelle Untersuchung der Fusion zwischen Amazon und dem KI-Unternehmen Anthropic einzuleiten. Die Partnerschaft erregte die Aufmerksamkeit der Behörde, da sie wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft.
Amazon hat mindestens vier Milliarden Dollar in das KI-Unternehmen Anthropic investiert. Im Rahmen dieser Partnerschaft kann Anthropic die Rechenleistung von Amazon Web Services nutzen und Amazon bietet exklusiven Zugang zu Anthropics hochmodernen KI-Modellen, wie Claude 3 Sonnet.
Die Partnerschaft erregte die Aufmerksamkeit der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority, CMA). Im Rahmen ihrer laufenden Untersuchung von Partnerschaften zwischen Internetgiganten und KI-Start-ups überprüft sie, ob die Partnerschaft zwischen Amazon und Anthropic sowie ähnliche Vereinbarungen, den Wettbewerb behindern.
Die Aufsichtbehörde hatte am 24. April weitere Beteiligte zur Stellungnahme aufgefordert. Daraufhin teilte sie am Donnerstag in einer förmlichen Stellungnahme mit, dass sie eine Fusionsprüfung der ersten Phase zu dieser Partnerschaft durchführt.
Die Entscheidung, ob sie die Untersuchung fortsetzt, wird voraussichtlich am 4. Oktober fallen, fügte die Aufsichtsbehörde hinzu.
Amazon sei „enttäuscht“, schreibt ein Sprecher des Internetgiganten in einer E-Mail an Euractiv.
„Amazons Zusammenarbeit mit Anthropic wirft keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf und erfüllt auch nicht die von der CMA [Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde] festgelegten Schwellenwerte für eine Überprüfung.“
„Amazon hat weder einen Sitz im Vorstand noch Entscheidungsbefugnis bei Anthropic, und Anthropic steht es frei, mit jedem anderen Anbieter zusammenzuarbeiten (und hat in der Tat mehrere Partner)“, heißt es weiter in der E-Mail.
Weitere Partnerschaften auf dem Prüfstand
Die Partnerschaft zwischen Amazon und Anthropic ist jedoch nicht die einzige, die von den Regulierungsbehörden, einschließlich der britischen Wettbewerbsaufsichtsbehörde, überwacht wird.
Die Aufsichtsbehörde hat 90 Partnerschaften zwischen Google, Amazon, Microsoft, Meta, Apple oder NVIDIA (GAMMAN) und verschiedenen Unternehmen der KI-Wertschöpfungskette identifiziert. Ebenfalls wird eine ähnliche Partnerschaft zwischen OpenAI und Microsoft überprüft.
Die Europäische Kommission hat Berichten zufolge eine Fusionsuntersuchung zu Microsofts 13-Milliarden-Dollar-Investition in den ChatGPT-Hersteller OpenAI eingestellt. Gleichzeitig prüft sie immer noch einen wettbewerbsrechtlichen Aspekt.
In einer gemeinsamen Erklärung zum fairen Wettbewerb in der KI-Entwicklung erklärten das Vereinigte Königreich, die USA und die EU vor kurzem, dass sie „daran arbeiten, ein gemeinsames Verständnis der [Wettbewerbs-]Fragen zu entwickeln und sich verpflichten, unsere jeweiligen Befugnisse zu nutzen, wo dies angemessen ist.“
[Bearbeitet von Daniel Eck/Kjeld Neubert]