Bulgarien: Sinkende Inflation erhöht Chancen auf Euro-Beitritt 2025

Bulgariens jährliche Inflationsrate erreichte im April den Durchschnitt der Eurozone von 2,4 Prozent und fiel zum ersten Mal seit Sommer 2021 unter die Drei-Prozent-Marke. Dies erhöht die Chancen des Landes, ab 2025 den Euro einzuführen, erheblich.

EURACTIV.bg
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"Nach vorläufigen Einschätzungen besteht die Möglichkeit, dass Bulgarien das Preisstabilitätskriterium vor Ende 2024 erfüllen wird. In diesem Zusammenhang beabsichtigt das Land, zusätzliche (Konvergenz- und ähnliche) Berichte vorzulegen, sobald das Preiskriterium erfüllt ist", teilte das bulgarische Finanzministerium mit. [Shutterstock/HooverStudio]

Bulgariens jährliche Inflationsrate erreichte im April den Durchschnittswert der Eurozone von 2,4 Prozent und fiel zum ersten Mal seit Sommer 2021 unter die Drei-Prozent-Marke. Dies erhöhe die Chancen des Landes, ab 2025 den Euro einzuführen, erheblich, erklärte das bulgarische Finanzministerium gegenüber Euractiv.

Als Antwort auf eine Frage von Euractiv zeigen die Behörden in Sofia einen starken politischen Willen, der Eurozone beizutreten.

„Nach vorläufigen Einschätzungen besteht die Möglichkeit, dass Bulgarien das Preisstabilitätskriterium vor Ende 2024 erfüllen wird. In diesem Zusammenhang beabsichtigt das Land, zusätzliche (Konvergenz- und ähnliche) Berichte vorzulegen, sobald das Preiskriterium erfüllt ist“, teilte das bulgarische Finanzministerium mit.

Das Ministerium bestätigte Euractiv auch, dass es im Herbst dieses Jahres einen zusätzlichen Konvergenzbericht über Bulgariens Bereitschaft für die Eurozone anfordern wird.

Die jüngsten Daten des Nationalen Statistikinstituts (NSI) zur Inflation für den Monat April bestätigen den eindeutigen Trend einer Verlangsamung der Inflation im Land. Der regelmäßige Konvergenzbericht über Bulgariens Bereitschaft zur Einführung des Euro ist im Juni 2024 fällig.

Sollte der Staat das Inflationskriterium in diesem Bericht nicht erfüllen, kann Bulgarien drei Monate später einen weiteren Bericht beantragen.

Dieser könnte in der Tat Bulgarien den Beitritt zur Eurozone ermöglichen, da die Inflation in Bulgarien in den Sommermonaten traditionell unbedeutend oder negativ ist.

Mit einer sehr niedrigen Staatsverschuldung – 23,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – und einem Haushaltsdefizit von deutlich unter drei Prozent erfüllt Bulgarien auch die anderen Schlüsselkriterien für die Mitgliedschaft in der Eurozone.

Brüssel hat kürzlich seine Überzeugung geäußert, dass Bulgarien 2025 der Eurozone beitreten kann. EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni sagte bei einem Besuch in Sofia, dass es keinen Unterschied bei der Behandlung Bulgariens und Kroatiens in Bezug auf den Beitrittsprozess zur Eurozone gebe. Er wies darauf hin, dass „die gesamte Familie der Eurozone sehr glücklich über die Möglichkeit ist, dass irgendwann nächstes Jahr das 21. Mitglied, nämlich Bulgarien, beitreten wird.“

Die EU-Kommission geht davon aus, dass das bulgarische Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2024 um 1,9 Prozent und im Jahr 2025 um 2,9 Prozent wachsen wird. Die Defizite in diesem und im nächsten Jahr sollen dabei 2,8 und 2,9 Prozent betragen.

„Die Inflation ist die einzige Frage und wenn wir nicht reagieren, wird das vernachlässigbar sein“, erklärte der Finanzexperte Rumen Galabinov. Die makroökonomischen Indikatoren deuteten darauf hin, dass Bulgarien bis Mitte 2024 alle Kriterien für eine Mitgliedschaft in der Eurozone erfüllen werde.

[Bearbeitet von Oliver Noyan]