Bulgarien unterzeichnet Gas-Abkommen mit Türkei

Die staatliche Gasgesellschaft Bulgargaz und die staatliche türkische Energiegesellschaft BOTAS haben am Dienstag ein 13-jähriges Abkommen über den Transit von 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr aus der Türkei nach Bulgarien unterzeichnet.

EURACTIV.bg
The natural gas storage and pumping facility of BOTAS
Analyst:innen kommentierten, dass das Abkommen zwischen Bulgarien und der Türkei einen neuen Gaskorridor von der Türkei zu den Balkanländern und in die EU eröffnet. "Bulgargaz" erhält das Recht, verflüssigtes Gas zu kaufen, das an fünf türkischen LNG-Terminals entladen und dann über das türkische Gasnetz nach Bulgarien geleitet wird. [EPA/KERIM OKTEN]

Die staatliche Gasgesellschaft Bulgargaz und die staatliche türkische Energiegesellschaft BOTAS haben ein 13-jähriges Abkommen über den Transit von 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr unterzeichnet.

Die Vereinbarung wurde von den Direktor:innen Deniza Slatewa und Burhan Yozcan unterzeichnet und deckt die Hälfte des bulgarischen Verbrauchs. Das Gas fließt derzeit über Griechenland. Die Energieminister der beiden Länder, Rosen Hristov und Fatih Dönmez, waren bei der Zeremonie anwesend.

Analyst:innen kommentierten, dass das Abkommen zwischen Bulgarien und der Türkei einen neuen Gaskorridor von der Türkei zu den Balkanländern und in die EU eröffnet. Bulgargaz erhält das Recht, verflüssigtes Gas zu kaufen, das an fünf türkischen LNG-Terminals entladen und dann über das türkische Gasnetz nach Bulgarien geleitet wird.

„Dieser Vertrag hat Symbolcharakter und ist der erste Schritt zu einer großen Energiekooperation zwischen den beiden Ländern“, so der bulgarische Energieminister. Allerdings bezeichnete die bulgarische Seite das Dokument als „Abkommen“ und die türkische Seite nur als „Protokoll“.

„Heute haben wir ein Protokoll unterzeichnet, das die Gaszusammenarbeit zwischen den beiden Ländern entwickeln und unsere Beziehungen stärken wird“, sagte Dönmez. Er wies auch darauf hin, dass das Dokument wichtig für die Erhöhung der Sicherheit der Gasversorgung in der Balkanregion sei.

Unabhängig davon hat Bulgarien einen langfristigen Vertrag über die Einfuhr von 1 Milliarde Kubikmeter (bcm) aserbaidschanischem Gas pro Jahr zu günstigen Preisen abgeschlossen, und die bulgarische Regierung ist an dem im Bau befindlichen Flüssiggasterminal in Alexandroupolis beteiligt, von wo aus mindestens 0,5 Milliarden Kubikmeter einströmen werden.

Bulgargaz behält sich das Recht vor, mit den von ihr bevorzugten Gaslieferanten separate Verträge abzuschließen. Es laufen Verhandlungen mit BOTAS über den gemeinsamen Kauf von Flüssiggas von amerikanischen und norwegischen Unternehmen.

Bulgarien versucht derweil, Rumänien in das Geschäft einzubeziehen, um bessere Preise auszuhandeln.

„Mit der Unterzeichnung dieses Vertrags erhält Bulgargaz Zugang zu den Terminals und dem BOTAS-Netz. Er bietet die Möglichkeit, Gas von allen Produzenten der Welt zu kaufen und es dort zu entladen, wo es für uns am günstigsten ist“, sagte Rosen Hristow nach der Unterzeichnung des Abkommens. Seiner Meinung nach ist der Vertrag für die Region und den europäischen Markt von großer Bedeutung.

„Dieses Abkommen ist für unsere Länder historisch, weil es zum ersten Mal einem ausländischen Unternehmen den Zugang zu den Flüssiggasterminals der Republik Türkei ermöglicht und neue, bisher undenkbare Perspektiven für die Zusammenarbeit eröffnet“, sagte der bulgarische Präsident Rumen Radew.