Bulgarien verzichtet auf strenge Corona-Maßnahmen trotz Sommerwelle

Bulgarien wird keine strengen Beschränkungen verhängen, obwohl es bereits von der europäischen Corona-Sommerwelle betroffen ist, kündigte Premierminister Kiril Petkow am Donnerstag an.

EURACTIV.bg
European Council members meet
"Die Daten zeigen, dass die Bulgaren jetzt einen ruhigen Sommer verbringen können", so der bulgarische Premierminister Petkow. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Bulgarien wird keine strengen Beschränkungen verhängen, obwohl es bereits von der europäischen Corona-Sommerwelle betroffen ist.

Das teilte der gestürzte Premier Kiril Petkow nach einer Besprechung mit den relevanten Ministerien und Behörden mit.

Während des Briefings sagte Petkow auch, dass die Regierung keine Geschäfte, Bars und Restaurants schließen und keine Corona-Zertifikate wieder einführen werde.

Unterdessen sind die Fallzahlen in Bulgarien in den letzten zwei Wochen gestiegen.

Obwohl mehr als 100 von 100.000 Personen in den letzten zwei Wochen positiv getestet wurden, dürfte die tatsächliche Zahl viel höher sein, da vier- bis fünfmal weniger Personen getestet wurden als im Frühjahr.

Gleichzeitig zeigen die Daten, dass weit weniger positiv getestete Bulgaren im Krankenhaus behandelt werden müssen und dass die Intensivstationen nicht überfüllt sind. Bulgarien hat nach Peru die zweithöchste Pro-Kopf-Todesrate durch COVID in der Welt.

„Die Daten zeigen, dass die Bulgaren jetzt einen ruhigen Sommer verbringen können“, fügte Petkow hinzu.

Der oberste Gesundheitsinspektor Angel Kuntschew erklärte, dass das Tragen von Masken in Krankenhäusern und Pflegeheimen Pflicht sein wird. Möglicherweise wird das Tragen von Masken auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften zur Pflicht.

Zur neuen Corona-Variante sagte Dr. Kuntschew, sie sei viel milder und die meisten Menschen erholten sich in etwa fünf bis sechs Tagen. Die Welle wird in Bulgarien voraussichtlich im August ihren Höhepunkt erreichen.

„Die Zahl der Fälle wird weiter ansteigen, aber solange dies nicht zu einem schwereren Verlauf und zu einer Belastung des Gesundheitssystems führt und das Leben und die Gesundheit der Patienten nicht gefährdet, werden wir diese Situation in den Griff bekommen“, sagte Kuntschew.

In der letzten Woche wurden in Bulgarien täglich durchschnittlich 1.200 Fälle registriert. Nur etwas mehr als 32 Prozent der Bulgaren sind geimpft, was das Land zum Schlusslicht der EU macht.