Bundesregierung gratuliert Macron zum Sieg bei Parlamentswahl
Emmanuel Macron hat bei der Parlamentswahl die Mehrheit errungen. Der Erfolg des französischen Präsidenten hat allerdings einen bitteren Beigeschmack.
Emmanuel Macron hat bei der Parlamentswahl die Mehrheit errungen. Der Erfolg des französischen Präsidenten hat allerdings einen bitteren Beigeschmack.
Die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel hat dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum deutlichen Sieg bei den Parlamentswahlen gratuliert. „Glückwunsch Emmanuel Macron zur klaren parlamentarischen Mehrheit und auf weiter gute Zusammenarbeit“, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend.
Kanzlerin #Merkel: Glückwunsch, @EmmanuelMacron, zur klaren parlamentarischen Mehrheit +auf weiter gute Zusammenarbeit für DEU, FRA, Europa.
— Steffen Seibert (@RegSprecherStS) June 18, 2017
Macrons Bewegung „La République En Marche“ und und ihre Verbündeten können sich Hochrechnungen zufolge im zweiten Wahlgang eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung sichern. Diese fällt zwar geringer aus als erwartet. Der proeuropäische sozialliberale Politiker erhält aber dennoch ein starkes Mandat für die von ihm anvisierten Reformen und kann durchregieren.
Macrons Mitte-Lager erreichte laut Zahlen des Innenministeriums vom Montagmorgen 350 der 577 Sitze in der Nationalversammlung. Die Grenze für die absolute Mehrheit liegt bei 289 Sitzen.
Weniger als zehn Sitze für Marine Le Pens Front National
Die etablierten Parteien kassierten eine erneute Schlappe. Die Bürgerliche Rechte erzielte demnach 137 Sitze, der Front National von Marine Le Pen acht Sitze, die Radikale Linke 27 Sitze, Sozialisten und moderate Linke: 45 Sitze.
Der 39-jährige Macron hatte erst Anfang Mai die Präsidentenwahl für sich entschieden. Auch in der ersten Runde der Parlamentswahl vor einer Woche zeichnete sich ein haushoher Sieg für Macrons Lager ab. Getrübt wurde das starke Votum allerdings durch eine geringe Wahlbeteiligung. Sie lag bei knapp 42 Prozent.
Macron hatte bereits angekündigt, umgehend Reformen anzupacken. Er strebt einen radikalen Umbau des Arbeits- und Sozialwesens an, der insbesondere bei den Gewerkschaften umstritten ist.