Chinas Investitionen in Neue Seidenstraße gehen zurück

Chinas Finanz- und Investitionsausgaben in den Ländern der sogennanten „Belt-and-Road-Initiative“ sind in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Es gab keine neuen Kohleprojekte und die Investitionen in sämtlichen Ländern, wie neueste Untersuchungen zeigen.

EURACTIV.com with Reuters
epa09473312 A photo made with a drone shows a ship heading to the Lianyungang Port during the organised media tour in Lianyungang, Jiangsu province, China, 17 September 2021. China-Kazakhstan Logistic Baseis an important sea port for Kazakhstan export and provides efficient transit for cargo and consumer goods from the central Asian country. It is recognised as a sample of collaboration between the ‚The Belt And Road‘ countries.  EPA-EFE/ALEX PLAVEVSKI
Präsident Xi Jinping rief die Belt-and-Road-Initiative im Jahr 2013 ins Leben, um Chinas Stärken im Bereich der Finanzierung und des Infrastrukturbaus für den "Aufbau einer breiten Gemeinschaft gemeinsamer Interessen" in Asien, Afrika und Lateinamerika zu nutzen. [EPA-EFE/ALEX PLAVEVSKI]

Chinas Finanz- und Investitionsausgaben in den Ländern der sogennanten „Belt-and-Road-Initiative“ sind in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Es gab keine neuen Kohleprojekte und die Investitionen in Russland, Ägypten und Sri Lanka gingen auf null zurück, wie neueste Untersuchungen zeigen.

Saudi-Arabien war mit rund 5,5 Milliarden Dollar der größte Empfänger chinesischer Investitionen in diesem Zeitraum, so das in Shanghai ansässige Green Finance and Development Center (GFDC) in einer am Sonntag (24. Juli) veröffentlichten Studie.

Insgesamt beliefen sich die Finanzierungen und Investitionen in diesem Zeitraum auf 28,4 Milliarden Dollar, ein Rückgang gegenüber 29,6 Milliarden Dollar im Vorjahr. Damit beliefen sich die kumulierten Ausgaben für die Belt-and-Road seit 2013 auf insgesamt 932 Milliarden Dollar, so GFDC.

Präsident Xi Jinping rief die Belt-and-Road-Initiative im Jahr 2013 ins Leben, um Chinas Stärken im Bereich der Finanzierung und des Infrastrukturbaus für den „Aufbau einer breiten Gemeinschaft gemeinsamer Interessen“ in Asien, Afrika und Lateinamerika zu nutzen.

Die Initiative ist jedoch wegen der Schuldenlast, die sie den Ländern auferlegt, und anderen Problemen wie der Umweltzerstörung in die Kritik geraten. Einige Länder haben außerdem ihre Investitionsprojekte mit China neu verhandelt und dabei auf die Schuldenrisiken hingewiesen.

Nachdem Xi bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen im vergangenen September zugesagt hatte, die Finanzierung von Kohleprojekten im Ausland zu beenden, wurden in diesem Zeitraum keine neuen Kohleprojekte von China unterstützt.

Allerdings gewann ein chinesischer Bauunternehmer im Februar eine Ausschreibung für den Bau eines Wärmekraftwerks in Indonesien. Nach Angaben des GFDC, das zur Fudan-Universität in Shanghai gehört, wurden bereits 11,2 Gigawatt an Kapazität finanziert, obwohl der Baubeginn noch bevorsteht.

China hat weiterhin andere Projekte für fossile Brennstoffe in den Belt and Road-Ländern unterstützt. Laut GFDC machen Öl und Gas rund 80 Prozent der chinesischen Energieinvestitionen in Übersee und 66 Prozent der Bauaufträge aus.

Das Engagement in Gasprojekte belief sich in der ersten Jahreshälfte auf 6,7 Milliarden Dollar, verglichen mit den 9,5 Milliarden Dollar des Vorjahres, so das Unternehmen.

Im Bereich grüne Energie und Wasserkraft gingen die Aufträge gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent zurück. Die Investitionen stiegen von 400 Millionen Dollar auf 1,4 Milliarden Dollar, aber die Bauausgaben für grüne Energie fielen auf 1,6 Milliarden Dollar und damit auf weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes.