Dänische Schweinehalter gegen EU-Unterstützungsmaßnahmen
Die dänischen Schweinehalter wehren sich gegen die Forderung der Europaabgeordneten, die finanziell angeschlagenen Schweinehalter:innen in der EU zu unterstützen, da sie dadurch benachteiligt würden.
Dänemarks Schweinehalter wehren sich gegen die Forderung, die EU solle die finanziell angeschlagene Schweinebranche unterstützen. Sie fürchten, durch die Hilfen benachteiligt zu werden.
In einem Brief an Agrarkommissar Wojciechowski hatten 21 Abgeordnete aus zehn Mitgliedstaaten, darunter Irland, Belgien und Frankreich, die Kommission aufgefordert, die krisengebeutelten Schweinehalter:innen in der EU zu unterstützen.
Corona-Beschränkungen, die Schweinepest und die hohen Energiepreise hätten dazu geführt, dass diese massiv auf ihre Ersparnisse zurückgreifen müssen, heißt es in dem Brief.
Für die dänische Schweineproduktion wären EU-Hilfen jedoch von Nachteil, so der dänische Schweinehalter Kristoffer Serup Hald aus der Region Midtjylland. Die Produktionskosten seien in Dänemark unter den niedrigsten innerhalb der EU, sodass die Branch dort besser für die aktuelle Krise gerüstet sei.
Ein Eingriff seitens der Kommission möge „als kurzfristige Lösung verlockend sein, aber ich denke, es ist das Beste, wenn wir das dem Markt überlassen“, fügte er hinzu.
Die EU habe in den Jahren 2011, 2015 und 2016 ähnliche gezielte Fördermaßnahmen ergriffen, die aber nur eine relativ geringe Wirkung auf die Preise gehabt hätten, erklärte Jakob Vesterlund Olsen, Forscher am Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomie der Universität Kopenhagen.
Olsen zufolge sei es für die dänische Schweinebranche besser, wenn die EU nicht auf die Kräfte des freien Marktes einwirke.
„Einzelne Produzenten mögen an einer Unterstützung interessiert sein, weil sie ihnen helfen kann, sich über Wasser zu halten und nicht bankrott zu gehen. Aber für die Industrie ist es besser, wenn der Markt diese Dinge regelt“, sagte er.
Ernährungsminister Rasmus Prehn bemerkte, dass einige Länder, die um finanzielle Hilfe der EU bitten, diese wahrscheinlich auch erhalten sollten, blieb aber skeptisch gegenüber einer möglichen Beteiligung der Gemeinschaft.
„Das wird die Industrie von der Einmischung der Regierung abhängig machen. Ich denke, das würde der Industrie mehr schaden als nützen“, fügte Prehn hinzu.