Davutoglu vergleicht Pegida mit IS-Extremisten
Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Anti-Islam-Bewegung Pegida in Deutschland mit der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) verglichen. Beide verfolgten dieselbe Logik und hätten eine mittelalterliche Mentalität.
Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Anti-Islam-Bewegung Pegida in Deutschland mit der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) verglichen. Beide verfolgten dieselbe Logik und hätten eine mittelalterliche Mentalität.
Ahmet Davutoglu sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ laut einem Vorabbericht, Pegida und IS hätten eine „mittelalterliche Mentalität“. Er verwies auf die Stadt Mossul im Nordirak, die von der IS-Miliz besetzt ist. Die Islamisten hätten dort Kirchen zerstört und dies damit gerechtfertigt, dass Mossul eine islamische Stadt und nur für Muslime sei. „Das ist dieselbe Logik wie die von Pegida, dass Deutschland nur den Christen gehöre“, sagte Davutoglu. „Das ist doch eine mittelalterliche Mentalität.“
Der vor allem aus Dresden durch montägliche Demonstrationen bekannten Pegida-Bewegung warf Davutoglu vor, sie wolle „eine exklusive christliche deutsche Gemeinschaft“. Das sei eine Bedrohung nicht nur für Türken und Muslime, sondern auch für Deutschland selbst.
Wie nach der Wirtschaftskrise 1929 werde wieder bei allem, was schieflaufe, die Schuld beim „Anderen“ gesucht. „Das ist genau die Mentalität von Daesch (Islamischer Staat, IS). Ein vormoderner Name mag Daesch sein, ein moderner Name ist Pegida“, sagte der Ministerpräsident.
Die radikalislamische IS-Miliz hat im Irak und in Syrien große Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht und dort einen eigenen Staat nach ihrer Interpretation eines streng islamischen Rechts ausgerufen. Die Extremisten gehen mit äußerster Brutalität gegen Andersdenkende und Andersgläubige vor.