DB-Experte: Scheitern der Verfassung könnte Krise in Osteuropa auslösen [DE]
Ein mögliches 'Non' der Franzosen zur EU-Verfassung könnte laut eines führenden Experten der Deutschen Bank eine Finanzkrise in den neuen Mitgliedstaaten auslösen.
Ein mögliches ‚Non‘ der Franzosen zur EU-Verfassung könnte laut eines führenden Experten der Deutschen Bank eine Finanzkrise in den neuen Mitgliedstaaten auslösen.
Eine Ablehnung des EU-Verfassungsvertrags bei dem am 29. Mai stattfindenden Referendum in Frankreich könnte schwere finanzielle und wirtschaftliche Folgen für die EU haben. Insbesondere die zehn neuen Mitgliedstaaten würden von diesen sehr schwer betroffen sein, so Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, in einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland.
Laut Walter könnten sich derzeitige Investitionstrends in den neuen Mitgliedstaaten umkehren, wenn die Verfassung abgelehnt werden würde, da Investoren zunehmend mit einem schnellen Beitritt dieser Länder in die Euro-Zone gerechnet hätten. Darüber hinaus könne ein ‚Nein’ der Franzosen den Beitritt der mittel- und osteuropäischen Staaten zur Euro-Zone infrage stellen und den gesamten Erweiterungsprozess ins Stocken bringen, so Walter.
Der Kapitalabfluss aus den neuen EU-Ländern, der – neben Spekulationsattacken auf ihre Währungen – von einem Scheitern der Verfasung ausgelöst werden könnte, würde zu Zinsanhebungen und wachsender Inflation führen würde. Das Risiko wäre laut Walter in denjenigen neuen Mitgliedstaaten am größten, die bei der Annäherung an die Euro-Zone am wenigsten Fortschritte erzielt hätten.
Das größte Problem bestehe nach Ansicht von Walter darin, dass die EU über „keinerlei Strategie“ für den Fall eines Scheiterns der Verfassung verfüge.