Deutsche Industrie ist innovativste in Europa

Die EU-Kommission hat ihren ersten "Wettbewerbsbericht" veröffentlicht. Demnach gibt es sowohl zwischen den Mitgliedsstaaten als auch zwischen den Industriezweigen in der EU erhebliche Unterschiede. Die deutsche Industrie ist allerdings die erfinderischste in Europa.

EU-Industriekommissar Antonio Tajani erklärte bei der Vorstellung des Wettbewerbsberichts: „Die europäische Industrie ist gut aufgestellt und durchaus wettbewerbsfähig. Der Aufschwung verliert aber an Tempo.“ Foto: EC
EU-Industriekommissar Antonio Tajani erklärte bei der Vorstellung des Wettbewerbsberichts: "Die europäische Industrie ist gut aufgestellt und durchaus wettbewerbsfähig. Der Aufschwung verliert aber an Tempo." Foto: EC

Die EU-Kommission hat ihren ersten „Wettbewerbsbericht“ veröffentlicht. Demnach gibt es sowohl zwischen den Mitgliedsstaaten als auch zwischen den Industriezweigen in der EU erhebliche Unterschiede. Die deutsche Industrie ist allerdings die erfinderischste in Europa.

Die EU-Kommission hat ihre Mitteilung "Industriepolitik: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit" Ende letzter Woche vorgestellt. Darin wird insbesondere darauf eingegangen, wie wettbewerbsfähig die Industrie in den einzelnen Mitgliedsstaaten ist. 80 Prozent der deutschen Unternehmen haben demnach in den vergangenen drei Jahren neue oder stark verbesserte Produkte oder organisatorische Neuerungen eingeführt. Damit ist die deutsche Industrie die erfinderischste in Europa.

Antonio Tajani, EU-Kommissar zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte: "Die europäische Industrie ist gut aufgestellt und durchaus wettbewerbsfähig. Der Aufschwung verliert aber an Tempo. Daher müssen wir den Themen Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in der Politik einen noch höheren Stellenwert einräumen. Wir brauchen Strukturreformen, damit sich das Potenzial unserer Unternehmer entfalten kann. Sie tragen ja am stärksten zum wirtschaftlichen Aufschwung bei."

Innovationsschlusslicht Lettland

In der Mitteilung der Kommission werden insbesondere innovative Wirtschaftszweige wie etwa "Ökoindustrien", Feinmechanik und industrielle Biotechnologie in den Vordergrund gestellt. Hier herrschen innerhalb der EU demnach noch große Unterschiede. So schwankt der Anteil der innovativen Unternehmen zwischen 80 Prozent in Deutschland und 25  Prozent in Lettland.

Bei Unternehmensfreundlichkeit im Verwaltungsbereich ist Finnland führend und Italien Schlusslicht. Bei der Produktivitätsrate liegen Irland, die Niederlande, Österreich, Finnland, Belgien, Luxemburg und Schweden über dem EU-Durchschnitt.

Die Kommission schlägt vor, knappe Ressourcen zu bündeln, die Systeme zur Innovationsförderung zu vereinheitlichen und Forschungsprojekte stärker auf den Markt auszurichten. Außerdem gelte es, die Nutzung umweltfreundlicherer Technologien voranzutreiben, Zugang zu Rohstoffen und Energie gleichberechtigt zu gewähren und die Energieverteilungsnetze aufzurüsten.

Im Rahmen der Europa-2020-Strategie hat die Kommission 2010 eine neue Industriepolitik auf den Weg gebracht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Attraktivitätsförderung Europas als Investitions- und Produktionsstandort. Der jährlich erscheinende "European Competitiveness Report“ und der "Member States’ Competitiveness Performance and Policies Report" sind ein Beitrag zur Evaluierung der Mitgliedsstaaten im breiteren Kontext des Europäischen Semesters und von Europa 2020.

dto

Links


Dokumente der EU-Kommission

Website zum Jahresbericht über die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie

Eine wettbewerbsfähige Industrie als Schlüssel zum Wirtschaftsaufschwung (14. Oktober 2011)

Overview of competitiveness in 27 Member States (14. Oktober 2011)

Industrial Policy: Reinforcing competitiveness (14. Oktober 2011)

Mehr zum Thema auf EURACTIV.de

Die Eurozone driftet auseinander (18. Oktober 2011)