Deutsche wollen Ukraine trotz hoher Gaspreise unterstützen, so Baerbock in Kyjiw
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock war am Wochenende überraschend zu Besuch in Kyjiw, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden. Neue Umfragen zeigen, dass die meisten Bürger:innen der Bundesrepublik der Ukraine trotz der hohen Gaspreise weiterhin zur Seite stehen wollen.
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock war am Wochenende überraschend zu Besuch in Kyjiw, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden. Neue Umfragen zeigen, dass die meisten Bürger:innen der Bundesrepublik der Ukraine trotz der hohen Gaspreise weiterhin zur Seite stehen wollen.
Bei ihrem dritten Besuch in Kyjiw in diesem Jahr – dem zweiten seit dem Beginn des russischen Angriffs auf das Land – erklärte Baerbock am Samstag, sie wolle „zeigen, dass Deutschland die Ukraine so lange wie nötig unterstützen wird.“
Eine am Freitag vom ZDF veröffentlichte Umfrage zeigt, dass 70 Prozent der Deutschen der Meinung sind, dass das Land die Ukraine trotz der hohen Energiepreise weiterhin unterstützen sollte.
Die Verknappung der russischen Gaslieferungen hat die Gas- und Strompreise in Deutschland in die Höhe getrieben, und es wird erwartet, dass sich die Situation im Winter noch verschärfen wird.
Zu den Befürwortern einer weiteren Unterstützung gehören fast alle Wähler:innen der Grünen (97 Prozent), 82 Prozent der Anhänger der Sozialdemokraten von Bundeskanzler Scholz (SPD), rund drei Viertel der Liberalen (FDP) und der Konservativen (CDU), weniger als 60 Prozent der Linkspartei und weniger als ein Drittel der rechtsextremen AfD.
Allerdings machte Baerbock in Kyjiw keine konkreten Zusagen für neue Waffenlieferungen oder andere Hilfsmittel – sehr zum Unmut ihres ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba, mit dem sie sich zu bilateralen Gesprächen traf.
„Jeden Tag, an dem jemand in Berlin nachdenkt und Rat sucht, sterben hier Menschen, weil der Panzer nicht geliefert wurde“, sagte Kuleba während einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Baerbock, die zu den stärksten Befürwortern für verstärkte und schnellere Waffenlieferungen innerhalb der Bundeskoalition gehört, erkannte die großen militärischen Fortschritte an, die die Ukraine am Wochenende gemacht hat: „Natürlich höre ich, lieber Dmytro, dass Sie – getragen von den guten Nachrichten der letzten Tage – diese Unterstützung einfach weiter brauchen.“