Deutscher Rüstungsriese warnt vor der Zukunft des europäischen Panzers

Der MGCS soll um das Jahr 2040 herum die Nachfolge der deutschen Leopard 2 und französischen Leclerc-Panzer antreten. Er liegt bereits hinter dem Zeitplan zurück.

EURACTIV.com
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Rheinmetall-Chef Armin Papperger. [Foto: Shireen Broszies/picture alliance via Getty Images]

Der Chef des deutschen Rüstungsriesen Rheinmetall befürchtet, dass Frankreich sich aus einem deutsch-französischen Panzerprogramm zurückziehen könnte, nachdem das gemeinsame Kampfflugzeugprojekt gescheitert ist, wie am Samstag berichtet wurde.

Die deutsch-französische FCAS-Initiative zum Bau eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation wurde diese Woche aufgrund von Spannungen zwischen den beteiligten Unternehmen aufgegeben, was den Bemühungen um eine europäische Verteidigungszusammenarbeit einen Schlag versetzt.

Nun wachsen die Befürchtungen um ein weiteres gemeinsames Projekt, das Main Ground Combat System (MGCS), das die derzeit von Frankreich und Deutschland eingesetzten Kampfpanzer ersetzen soll.

In diesem Zusammenhang sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger gegenüber der Zeitung Welt am Sonntag: „Es besteht immer ein Risiko, aber es ist noch nichts entschieden“.

Rheinmetall ist neben dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS und dem französischen Unternehmen Thales eines der beteiligten Unternehmen.

Das Budget drastisch kürzen

Papperger sagte jedoch, dass Frankreich bereits plane, das Budget drastisch zu kürzen, wobei derzeit ein Betrag diskutiert werde, der weniger als die Hälfte des ursprünglich geplanten Betrags ausmache.

Kürzungen könnten das Programm weiter verzögern, fügte er hinzu.

„Wenn man weniger Geld zur Verfügung hat, wird man nicht schneller, und wir sind ohnehin schon sehr langsam“, sagte der Rheinmetall-Chef. Die am Projekt beteiligten Unternehmen hätten bislang nur 25 Millionen Euro erhalten, was „sehr wenig Geld“ sei, so Papperger.

Der MGCS soll um das Jahr 2040 herum die Nachfolge der deutschen Leopard-2- und französischen Leclerc-Panzer antreten. Er liegt bereits hinter dem Zeitplan zurück.

Die Wirtschaftszeitung Handelsblatt berichtete am Freitag zudem, dass auch ein gemeinsames Projekt zum Bau einer modernen europäischen Drohne Turbulenzen ausgesetzt sei.

Das französische Unternehmen Dassault fordere von Airbus eine Entschädigung im Zusammenhang mit der Eurodrone-Initiative, da es einen geringeren Anteil an den Arbeiten des Projekts erhalten werde, hieß es unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Drohne wird von Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien entwickelt.

(at)