Deutsches Wirtschaftswachstum übertrifft alle Erwartungen
Die deutsche Wirtschaft hat den zahlreichen Krisen des vergangenen Jahres überraschend gut getrotzt. Der Wachstumskurs setzt sich fort.
Die deutsche Wirtschaft hat den zahlreichen Krisen des vergangenen Jahres überraschend gut getrotzt. Der Wachstumskurs setzt sich fort.
Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2016 um 1,9 Prozent und damit so stark wie seit 2011 nicht mehr, teilte das Statistische Bundesamt am heutigen Donnerstag in Berlin mit. 2015 hatte es ein Plus von 1,7 Prozent gegeben. Vor allem die starke Inlandsnachfrage habe die Wirtschaft angekurbelt, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Dieter Sarreither.
Schwung kommt vor allem vom privaten Konsum. Denn Rekordbeschäftigung, steigende Löhne sowie billiges Tanken und Heizen beflügelten die Kaufkraft der Verbraucher. Sie gaben 2,0 Prozent mehr aus als im Jahr davor. Der Staatskonsum legte mit 4,2 Prozent kräftig zu, da die öffentliche Hand erneut Milliarden aufwendete, um Flüchtlinge unterzubringen und zu integrieren. „Einen stärkeren Zuwachs des Staatskonsums hatte es zuletzt 1992 in Folge der deutschen Wiedervereinigung gegeben“, so Sarreither.
Die Exporte legten zwar um 2,5 Prozent zu, damit aber schwächer als im Vorjahr mit 5,2 Prozent und auch schwächer als die Importe. Die Firmen investierten wieder mehr. Ihre Ausgaben für Maschinen und Anlagen kletterten um 1,7 Prozent und somit deutlich langsamer als zuvor.
„Das Wachstum im Jahr 2016 kann sich sehen lassen“, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein. „Wer hätte gedacht, dass der BIP-Zuwachs trotz des britischen Anti-EU-Entscheids besser ausfällt als 2015.“
In diesem Jahr dürfte sich das Wirtschaftswachstum nach Ansicht der Bundesregierung auf 1,4 Prozent abflauen, nicht zuletzt wegen der geringeren Zahl von Arbeitstagen. Allerdings machen Experten Risiken aus, die die Konjunktur spürbar dämpfen könnten. So dürften die Verhandlungen Großbritanniens zum EU-Austritt bei Firmen und Investoren für Verunsicherung sorgen. Zudem warnen viele Ökonomen, dass Donald Trump als künftiger US-Präsident den Freihandel einschränken könnte. Dies würde die Exportnation Deutschland belasten.