Deutschland treibt die Dekarbonisierung des Amateurfußballs voran

Im Rahmen der Vorbereitungen für die Ausrichtung der UEFA-Europameisterschaft 2024 in Deutschland haben sich mehrere Ministerien zusammengeschlossen, um klimafreundliche Projekte im Amateurfußball zu unterstützen.

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Der Bundesregierung ist es wichtig, die ländlichen Gegenden zu erreichen, um den Wandel zur Klimaneutralität bis 2045 auch auf dem Land voranzutreiben. Der Amateurfußball soll dabei als Katalysator dienen. [EPA-EFE/FELIPE TRUEBA]

Im Rahmen der Vorbereitungen für die Ausrichtung der UEFA-Europameisterschaft 2024 in Deutschland haben sich mehrere Ministerien zusammengeschlossen, um klimafreundliche Projekte im Amateurfußball zu unterstützen.

Die Politik erhofft sich vom Fußball, als Plattform für die Vermarktung klimaneutraler Maßnahmen unter der breiten Bevölkerung zu dienen. Ergänzend dazu hat der deutsche Profifußball Nachhaltigkeit in seinen Statuten verankert, und nun folgt der Amateurfußball diesem Beispiel.

„Klimaschutz zu den Fußballvereinen zu bringen, ist eine Win-win-Situation für alle und schafft Motivation weit über den Spielfeldrand hinaus“, erklärt Oliver Krischer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Krischers Ministerium arbeitet mit dem Umweltministerium zusammen, um das Projekt „NKI: Klimaschutz im Amateurfußball – gemeinsam auf dem Weg zu einer klimafreundlichen UEFA EURO 2024“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit 2 Millionen Euro über vier Jahre zu fördern.

„Mit diesem Projekt kann der DFB ein wichtiges Zeichen setzen und kleinen Vereinen mit konkreten Handlungsempfehlungen unter die Arme greifen“, sagte Krischer am 18. Februar.

Gemeinsam mit seinen Landesverbänden entwickelt der DFB derzeit einen Aktionsplan zur Förderung der Nachhaltigkeit im Amateurfußball, und das NKI-Projekt soll dabei eine zentrale Rolle spielen.

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 24.000 Amateurfußballvereine, die sich nun bewerben können um sich für den Klimaschutz einzusetzen. Sie können einen umfassenden Leitfaden und Infos zu der Reduzierung von Treibhausgasen erhalten, ein Instrument zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks und Kurse in Anspruch nehmen, die sie „auf ihrem Weg zur Klimaneutralität unterstützen“, heißt es in der Pressemitteilung der Ministerien.

Der Aufruf zur finanziellen Unterstützung ist auf Verbände beschränkt und richtet sich an die Gemeindeebene.

„Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe viele Möglichkeiten bitet. Der Fußball inspiriert Millionen“, sagte Christian Kühn, parlamentarischer Staatssekretär im Umweltministerium.

„Das Projekt kann die Folgen der Klimakrise zusammen mit innovativen Lösungen greifbarer machen, weil es ganz konkret im Alltag beginnt: beim eigenen Fußballverein“, fügte er hinzu.

Deutschland wirbt um Unterstützung für seine ehrgeizigen Klimaziele. Der Bundesregierung ist es wichtig, die ländlichen Gegenden zu erreichen, um den Wandel zur Klimaneutralität bis 2045 auch auf dem Land voranzutreiben.

Jetzt können Amateurvereine einen Zuschuss beantragen, der „als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt wird“.

Aufgeteilt auf zwei Module, soll das erste Modul innovative Projektideen finanzieren, das zweite die Anwendung und Ausweitung erfolgreicher Ansätze.

„Die zentralen Bewertungskriterien für die Skizzen in Modul 1 sind der Innovationsgrad, das Treibhausgasreduktionspotenzial des Ansatzes und die Umsetzungsorientierung“, heißt es in der Projektskizze.

Bewährte Konzepte des Moduls 2 werden dagegen anhand „des projektspezifischen Klimaschutzbeitrags, der bundesweiten Verbreitung und des Stabilisierungspotenzials bewertet.“

Nichtsdestotrotz wird auch die Höhe der Eigenmittel, die die Antragsteller in das Projekt einbringen können, eine wesentliche Rolle im Entscheidungsprozess spielen.

Die Kombination der Projektausschreibung mit der bekannten UEFA-Marke könnte die Bewerbungen ebenfalls fördern.

„Das Projekt wird durch den Rahmen der UEFA EURO 2024 zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten“, erklärte Heike Ullrich, stellvertretende Generalsekretärin des DFB.

„Ein Turnier auszurichten bedeutet nicht nur, die Menschen dafür zu begeistern, sondern auch die Kraft eines solchen Ereignisses zu nutzen, um wichtige gesellschaftliche Ziele zu formulieren und ein Zeichen zu setzen – in diesem Fall gemeinsam für den Klimaschutz“, fügte sie hinzu.

[Bearbeitet von Alice Taylor]