Deutschland warnt vor Handelsungleichgewicht – Wirtschaftsministerin besucht China
China – lange Zeit ein verlässlicher Markt für deutsche Exporte, von Autos bis hin zu Fabrikmaschinen – hat sich in den letzten Jahren in vielen Branchen zu einem erbitterten Konkurrenten entwickelt, was die Beziehung auf den Kopf gestellt hat.
Die deutsche Wirtschaftsministerin begann am Mittwoch einen Besuch in China, wobei Berlin erklärte, man wolle die Zusammenarbeit mit einem wichtigen Partner verstärken, gleichzeitig aber auch vor sich verschärfenden Handelsungleichgewichten warnen.
Katherina Reiche traf zu ihrer dreitägigen Reise in Peking ein und ist damit die jüngste hochrangige deutsche Vertreterin, die sich auf den Weg zu Berlins wichtigstem Handelspartner macht, um die zunehmend komplexen Beziehungen zu gestalten.
China – lange Zeit ein verlässlicher Markt für deutsche Exporte, von Autos bis hin zu Fabrikmaschinen – hat sich in den letzten Jahren in vielen Branchen zu einem erbitterten Konkurrenten entwickelt, was die Beziehung auf den Kopf gestellt hat.
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Reiche, begleitet von einer Wirtschaftsdelegation und deutschen Abgeordneten, sagte, dass China und Deutschland „durch eine der bedeutendsten Wirtschaftsbeziehungen der Welt verbunden sind“.
„In Zeiten globaler Unsicherheit brauchen wir Dialog“
„In Zeiten globaler Unsicherheit brauchen wir Dialog, Vertrauen und starke Partnerschaften. Ich werde mich daher vor Ort für eine moderne Zusammenarbeit einsetzen – basierend auf Offenheit, Wettbewerb und gegenseitigem Nutzen“, erklärte sie in einer Stellungnahme ihres Ministeriums.
Neben Peking wird Reiche auch die südchinesische Stadt Guangzhou besuchen. Sie wird Gespräche mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng und dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao führen und Unternehmen besuchen.
Es gibt jedoch viele Bereiche, in denen Peking und Berlin unterschiedlicher Meinung sind, von Handelspraktiken bis hin zu Menschenrechten, und Reiche wird wahrscheinlich einige davon ansprechen.
Deutsche Exporte 2025 um rund 10 Prozent gesunken
Das Wirtschaftsministerium wies darauf hin, dass insbesondere zwischen der zweit- und drittgrößten Volkswirtschaft der Welt derzeit ein „deutliches Handelsungleichgewicht“ bestehe. Die deutschen Exporte seien 2025 um rund 10 Prozent auf etwa 80 Milliarden Euro (93 Milliarden US-Dollar) gesunken, während die Importe aus China auf rund 170 Milliarden Euro gestiegen seien, hieß es.
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Der zunehmende Wettbewerb für deutsche Unternehmen in China ist ein Faktor, der die größte Volkswirtschaft Europas belastet, die in den letzten Jahren stagniert hat. Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte China im Februar, wobei das wachsende Handelsdefizit ebenfalls ein zentrales Thema war.
Dennoch sind sowohl Berlin als auch Peking bestrebt, ihre Beziehungen in einer Zeit globaler Unsicherheit zu stärken, die durch die oft unberechenbare Politik von US-Präsident Donald Trump ausgelöst wurde.
(cz)