Die Bundeswehr verzeichnet nach einer Rekrutierungskampagne einen Anstieg der Bewerbungen
Berlin hat sich verpflichtet, seine Streitkräfte auf rund 260.000 aktive Soldaten aufzustocken, zusätzlich zu 200.000 Reservisten, die vorrangig aus einem Pool von Freiwilligen rekrutiert werden sollen.
Nach dem Start seiner Rekrutierungskampagne verzeichnete Deutschland ein steigendes Interesse an seinen Streitkräften: Laut neuen Zahlen des Verteidigungsministeriums stieg die Zahl der Bewerber seit dem Vorjahr um 20 %.
Deutschland strebt an, bis 2035 fast 100.000 zusätzliche Soldaten im aktiven Dienst zu gewinnen. Während diese Ziele ursprünglich ohne Wehrpflicht als schwer erreichbar galten, deuten der Anstieg der Bewerbungen und die zunehmende Rekrutierung darauf hin, dass die freiwillige Rekrutierungskampagne funktioniert.
Insgesamt bewarben sich im Februar 16.100 Deutsche bei den Streitkräften, was einem Anstieg von 20 % gegenüber Februar 2025 entspricht. Gleichzeitig traten 5.300 neue Rekruten in den Dienst – ein Anstieg von 14 % gegenüber den Vorjahreszahlen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.
Gesamtstärke der Bundeswehr im Februar: 186.200 Soldaten
Die Gesamtstärke der Bundeswehr ging jedoch zurück. Mit 186.200 Soldaten verfügt sie über 200 weniger als Ende Januar. Das Verteidigungsministerium erklärte, dass „im Frühjahr eine überproportional große Zahl von Soldaten planmäßig nach Ablauf ihrer Dienstzeit aus dem Dienst ausscheidet“.
Berlin hat sich verpflichtet, seine Streitkräfte auf rund 260.000 aktive Soldaten aufzustocken, zusätzlich zu 200.000 Reservisten, die vorrangig aus einem Pool von Freiwilligen rekrutiert werden sollen. Um die angestrebte Reservistenzahl zu erreichen, beschloss Berlin,ab diesem Jahr einen sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst einzuführen.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, man sei „zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen werden und dass sich unsere Maßnahmen als wirksam erweisen werden“. „Derzeit deuten alle Anzeichen in diese Richtung“, sagte er am Mittwoch.
Dennoch bleiben Zweifel. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, sagte vor einigen Wochen, er sei „etwas skeptisch, ob wir diese Wachstumszahlen tatsächlich erreichen werden“.
Die Bundeswehr will allein in diesem Jahr 20.000 Freiwillige gewinnen und 23.000 im Jahr 2027. Sollten diese Zahlen nicht erreicht werden, könnte die Wehrpflicht wieder eingeführt werden.
(cm)