Einwanderung entscheidendes Thema für finnische Regierungsbildung
Für die anstehende Regierungsbildung in Finnland könnte das Thema Einwanderung von entscheidender Bedeutung sein. Besonders die Förderung der Arbeitsmigration wird angesichts des Fachkräftemangels im Land prominent diskutiert.
Für die anstehende Regierungsbildung in Finnland könnte das Thema Einwanderung von entscheidender Bedeutung sein. Besonders die Förderung der Arbeitsmigration wird angesichts des Fachkräftemangels im Land prominent diskutiert.
In einer Umfrage, die von der Zeitung Ilta-Sanomat in Auftrag gegeben und am Mittwoch (12. April) veröffentlicht wurde, sprachen sich 52 Prozent der Befragten für mehr Arbeitsmigration aus. Das derzeitige Niveau halten 28 Prozent für ausgewogen, während sich 13 Prozent weniger Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt wünschen.
Die Parteien im Land dürften die Stimmung in der Bevölkerung zur Einwanderung genau beobachten, denn für die Regierungsbildung könnte das Thema entscheidend sein.
In dem Land, das unter Arbeitskräftemangel und einer niedrigen Geburtenrate leidet, sehen alle Parteien, mit Ausnahme der nationalistischen und populistischen Finnenpartei, die Erhöhung der Zahl ausländischer Arbeitskräfte als notwendig an.
Unter den Anhängern der Finnenpartei sind dagegen 43 Prozent für eine Verringerung der Zuwanderung aus dem Ausland, während sich nur 11 Prozent für eine Erhöhung aussprechen.
Gespräche zur Regierungsbildung sollen am Freitag unter der Leitung der Nationalen Koalition (NCP) und ihres Vorsitzenden Petteri Orpo aufgenommen werden, die bei den kürzlichen Parlamentswahlen die meisten Stimmen bekommen hatten.
Die Gespräche mit der Finnenpartei, die bei den Wahlen den zweiten Platz belegte, könnten wegen der unterschiedlichen Ansichten beider Parteien zur Einwanderung jedoch ins Stocken geraten.
Königsmacher könnte die Schwedische Volkspartei sein, die mit 4,3 Prozent der Stimmen und neun Abgeordneten im 200 Sitze zählenden Parlament vertreten ist. Die Partei ist nach wie vor uneins über die Zusammenarbeit mit der Finnenpartei.
Sollte eine solche rechte Koalition scheitern, dürften die Chancen für eine blau-rote Koalition zwischen der Nationalen Koalitionspartei und den Sozialdemokraten deutlich steigen.