Ermordete Trans-Frau: Tausende demonstrieren in Belgrad
Der Mord an Noa Milivojev, einer 18-jährigen Trans-Frau, deren Leiche am Donnerstag in einer Wohnung in der Belgrader Innenstadt gefunden wurde, löste in Belgrad weitläufige Proteste aus. Protestiert wurde mit "Ihr Name war Noa" und der Zahl der Frauenmorde, 22.
Der Mord an Noa Milivojev, einer 18-jährigen Trans-Frau, deren Leiche am Donnerstag in einer Wohnung in der Belgrader Innenstadt gefunden wurde, löste in Belgrad weitläufige Proteste aus. Protestiert wurde mit „Ihr Name war Noa“ und der Zahl der Frauenmorde, 22.
Die Teenagerin war seit Wochen vermisst worden und der grausame Mord geschah zwei Monate nach zwei Massenerschießungen in Belgrad und Mladenovac.
Diese Demonstration ist die zehnte Demonstration von „Serbien gegen Gewalt“ und fand vor dem Hauptsitz des Nachrichtensenders RTS statt, da eine der Forderungen der Bewegung die Ablösung der gesamten Geschäftsführung ist.
Anschließend zogen die Demonstranten zum Polizeipräsidium von Belgrad.
Die serbische Gesellschaft ist in normalisierte Gewalt versunken, sagte Matija Stefanović, ein Aktivistin der Organisation „Da se zna“, die der LGBTQ-Gemeinschaft rechtliche und psychologische Unterstützung bietet, gegenüber EURACTIV.
„Trans-Menschen, insbesondere Trans-Frauen, erleben Gewalt und Diskriminierung auf Schritt und Tritt: zu Hause, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Bank, im Park, auf der Straße, im Bus, aber auch beim Arzt oder bei der Polizei“, so Stefanović.
Obwohl von der serbischen Liste der psychischen Krankheiten gestrichen, wird Transgender sein in Serbien systematisch pathologisiert.
„Damit eine Trans-Person beispielsweise ihre persönlichen Dokumente (Geschlechtskennzeichen, Sozialversicherungsnummer und Name) auf ihre Geschlechtsidentität umstellen kann, muss sie eine ‚Diagnose‘ von einem Psychiater erhalten und sich einer einjährigen Hormontherapie unterziehen, die einige Trans-Personen nicht wollen oder aus gesundheitlichen Gründen ablehnen.“
„Dies ist ein schwerer Verstoß gegen das Recht auf körperliche Autonomie und eine Verweigerung des Rechts auf Selbstidentifikation“, sagte Stefanović gegenüber EURACTIV.
Die serbische Gesellschaft stehe einfach nicht auf der Seite der Trans-Menschen, weshalb sie oft zur Zielscheibe werden, fügte sie hinzu.
„Deshalb müssen die Gesellschaft und die Institutionen null Toleranz für Transphobie haben. Wenn unsere Gesellschaft nicht transphob wäre, bräuchten Transmenschen keine besondere Behandlung. So brauchen wir Gesetze, die uns schützen.“
Die Mahnwache für die ermordete 18-Jährige fand am Donnerstag auf dem Platz der Republik in Belgrad statt. Die Menschen legten Kerzen und rosa und blaue Fahnen nieder. Ein junger Mann wurde jedoch auch dabei gefilmt, wie er sie mit Füßen trat und umherwarf. Die serbische Trans-Community kämpft also weiter um Anerkennnung.