Estland und Litauen unter den Besten bei der Pressefreiheit
Laut dem am Dienstag veröffentlichten Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen gehören Estland und Litauen zu den zehn besten Staaten in Sachen Pressefreiheit.
Laut dem am Dienstag veröffentlichten Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen gehören Estland und Litauen zu den zehn besten Staaten in Sachen Pressefreiheit.
Estland belegte den vierten Platz, während Litauen den neunten Platz belegte. Beide Länder machten einen Sprung nach vorne, nachdem sie im letztjährigen Index noch auf den Plätzen 11 beziehungsweise 28 gelegen hatten.
„Eine freie Gesellschaft kann nicht ohne freie Medien existieren. Freie Medien können nicht ohne eine freie Gesellschaft existieren. So einfach ist das“, twitterte der estnische Präsident Alar Karis am Dienstag (3. Mai).
Medien sind der „Eckpfeiler einer freien Gesellschaft“, twitterte auch die estnische Premierministerin Kaja Kallas.
Eines der Hauptrisiken für estnische Journalisten sei „das Risiko der Selbstzensur aufgrund von Anti-Diffamierungsgesetzen und Cyber-Mobbing“, heißt es im Index.
Journalist:innen wurden auch wegen ihrer Berichterstattung über die Corona-Pandemie „online und offline verbal angegriffen“, da „die Medien von einem Teil der Bevölkerung beschuldigt wurden, sich während der Corona-Pandemie mit den Behörden und Pharmaunternehmen gut zu stellen“.
Während physische Angriffe „extrem selten“ seien, habe die Zahl der Online-Bedrohungen zugenommen.
„Die Medienhäuser haben Maßnahmen ergriffen, um Journalisten besser zu schützen, aber da es keine gezielte psychologische Unterstützung gibt, kann Cyber-Mobbing zu einer Selbstzensur der Journalist:innen führen“, heißt es in dem Bericht.
Gleichzeitig erlebten Journalist:innen in Litauen „gewalttätige verbale Angriffe gegen die Medien während der Corona-Pandemie als Schock“. Litauen ist im Allgemeinen ein Land, in dem Journalisten nicht mit Gefahren für ihre physische Sicherheit konfrontiert sind.
Der Mangel an Finanzmitteln für den Lokaljournalismus ist jedoch nach wie vor systembedingt, und neue Unternehmen haben aufgrund des harten Wettbewerbs Schwierigkeiten, auf dem Markt Fuß zu fassen.
Positiv zu vermerken ist, dass die Korruption in den Medien zurückgegangen ist.
Der andere baltische Staat, Lettland, konnte seine Position halten und belegte in diesem Jahr erneut Platz 22, obwohl die Gesamtbewertung leicht zurückging.