EU: Banken sollen Engagement in Staatsanleihen offenlegen
Die europäische Finanzaufsicht fordert mehr Transparenz im Bankensektor. Wer besitzt welche Staatsanleihen? Wie viel Geld bekommen die Banker?
Die europäische Finanzaufsicht fordert mehr Transparenz im Bankensektor. Wer besitzt welche Staatsanleihen? Wie viel Geld bekommen die Banker?
Die Banken in der Euro-Zone sollen nach dem Willen der EU in ihren kommenden Geschäftsberichten für mehr Klarheit über ihre Bestände an Staatsanleihen sorgen.
Die Börsenaufsicht ESMA erklärte am Donnerstag weiter, angesichts der jüngsten Zuspitzung der Schuldenkrise die Koordination zwischen den nationalen Aufsichtsbehörden hochgefahren zu haben. In diesem Zusammenhang sei die Anwendung der internationalen Bilanzierungsregeln IFSR von großer Bedeutung, erklärte die Behörde.
In der Euro-Krise wurde immer wieder über das Engagement des europäischen Bankensektors in Staatsanleihen der Krisenstaaten Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Italien spekuliert. Nur wer diese Informationen hat, kann die Folgen von Staatspleiten für den Bankensektor einschätzen.
Banken: Wer zahlt wie viel?
Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) widmet sich ebenfalls einer brisanten Frage, der Bezahlung von Bankmanagern. Die Behörde hat am Donnerstag zwei Konsultationen gestartet, um Leitlinien für die Erhebung der Vergütungspraxis im Banksektor zu entwickeln. Die Daten über die Vergütung sollen "aggregiert" erfasst werden, heruntergebrochen auf die verschiedenen Geschäftsbereiche. Außerdem will die EBA künftig wissen, wie viele Mitarbeiter einer Bank 1 Million Euro oder mehr im Jahr verdienen. Die Daten sollen als Grundlage dienen, die Vergütungspraxis im Banksektor zu regulieren.
Die Branche und alle "interessierten Parteien" haben nun bis zum 2. September Zeit, Änderungsvorschläge für die geplante Datenerhebung zu machen. Diskutiert wurden die Ansätze bereits in der "Banking Stakeholder Group" der EBA, in der Vertreter von Banken, Arbeitnehmern und Verbrauchern, sowie Wissenschaftler sitzen (Mitgliederliste).
Hintergrund
Das Europäische System für die Finanzaufsicht (ESFS) wurde zum 1. Januar 2011 neu geschaffen. Es besteht aus drei Behörden: der Europäischen Bankaufsichtsbehörde (EBA), der Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) und der Europäische Aufsichtsbehörde für Versicherungen und die betrieblichen Altersversorgung (EIOPA).
Die EU-Aufseher sollen zur Erstellung eines einheitlichen Regelhandbuchs für den Finanzsektor beitragen, Probleme mit grenzübergreifend aktiven Unternehmen lösen, und Risiken vermeiden, die die Stabilität des gesamten Finanzsystems bedrohen. Mit dem neuen System soll eine Lehre aus der Finanzkrise 2008/2009 gezogen werden.
awr mit EURACTIV/rtr
Links
Dokumente
ESMA: ESMA publishes a statement on disclosures related to sovereign debt to be included in IFRS financial statements. Pressemitteilung (28. Juli 2011)
EBA: The EBA today publishes two consultation papers (CP46 and CP47) on guidelines for data collection on bank remuneration practices (28. Juli 2011)
EU-Kommission: Finanzaufsicht
Analyse
CEP: Europäische Aufsichtsbehörden (EBA, ESMA und EIOPA)
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