EU erzeugt erstmals mehr als die Hälfte ihres Stroms aus erneuerbaren Energien
Die EU-Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat in der ersten Jahreshälfte 2024 erstmals die aus fossilen Brennstoffen übertroffen, teilte die Europäische Kommission am Mittwoch (11. September) mit. Sie drängte die nationalen Regierungen jedoch ebenfalls, endlich ausstehende Klimapläne vorzulegen.
Die EU-Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat in der ersten Jahreshälfte 2024 erstmals die aus fossilen Brennstoffen übertroffen, teilte die Europäische Kommission am Mittwoch (11. September) mit. Sie drängte die nationalen Regierungen jedoch ebenfalls, endlich ausstehende Klimapläne vorzulegen.
Mit dem Bericht über den Stand der Energieunion prüft die Europäische Kommission alljährlich die Fortschritte bei der Energiewende und führt einen Kompetenzcheck für wichtige Gesetze durch. Für die scheidende Energiekommissarin Kadri Simson war dies eine Gelegenheit, zurückzublicken.
„Die EU ist jetzt gut gerüstet, um ihre Klimaneutralitätsziele zu erreichen“, sagte Simson vor Journalisten, in Brüssel.
Die EU hat nun mehr als die Hälfte ihres Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt und damit die fossilen Brennstoffe überflügelt. Dies ist einem starken Jahr der Wasser- und Windenergie bei gleichzeitig sinkender Nachfrage zu verdanken.
„Wind- und Solarenergie haben neue Höhen erklommen und zum ersten Mal fossile Brennstoffe in unserem Strommix überholt“, erklärte Simson. Das „gibt uns die Glaubwürdigkeit, die internationalen Bemühungen um erneuerbare Energien anzuführen.“
Der Energieexperte Jan Rosenow bezeichnete dies in einer Erklärung auf X als einen „großen Erfolg.“
Trotz dieses Fortschritts bleibt ein zentrales Glaubwürdigkeitsproblem bestehen: das Fehlen langfristiger nationaler Klimapläne der EU-Staaten (NECP). Diese Pläne sind wichtig, um die Fortschritte bei der Erreichung der Klimaziele der Union für 2030 zu verfolgen.
Obwohl die Frist für die Hauptstädte zur Einreichung der NECPs am der 30. Juni ablief, fehlen weiterhin viele Beiträge.
„Ich fordere die Mitgliedstaaten dringend auf, ihre fehlenden endgültigen nationalen Energie- und Klimapläne vorzulegen“, sagte Simson.
Brüssel ist auf ganzer Linie mit den Klimaschützern, die befürchten, dass die fehlenden Pläne eine Lücke in den Klimaschutzmaßnahmen verbergen.
„Vor allem in den Bereichen Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und natürliche [CO2-]Senken braucht es eine deutliche Beschleunigung der Bemühungen, teils sogar eine Trendumkehr“, sagte Charly Heberer, Referent für EU-Klimapolitik der Nichtregierungsorganisation Germanwatch.
„Bis heute haben wir nur zehn endgültige Pläne erhalten, und wir sind schon weit über die Frist hinaus“, sagte der Energiekommissar. Von den größeren EU-Staaten haben Deutschland und Frankreich ihre Pläne bereits eingereicht, während Spanien und Polen noch im Verzug sind.
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Martina Monti]