EU hilft bei der Rettung Pompejis

Heftige Regenfälle haben Italiens antike Ruinenstadt Pompeji in der Nähe Neapels schwer beschädigt. Die EU-Kommission will mit Mitteln aus dem Regionalfonds (EFRE) helfen.

In Italien wird der Umgang mit der Ruinenstadt Pompeji zunehmend kritisch diskutiert. Foto: 	Paul-Georg Meister  / pixelio.de.
In Italien wird der Umgang mit der Ruinenstadt Pompeji zunehmend kritisch diskutiert. Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de.

Heftige Regenfälle haben Italiens antike Ruinenstadt Pompeji in der Nähe Neapels schwer beschädigt. Die EU-Kommission will mit Mitteln aus dem Regionalfonds (EFRE) helfen.

Starke Niederschläge brachten Ende Oktober erneut Teile der Ausgrabungsstätte zum Einsturz. Anfang Oktober besuchte EU-Regionalkommissar Johannes Hahn Pompeji und einigte sich mit den italienischen Behörden auf einen Aktionsplan, der Investitionen in Höhe von 105 Millionen Euro zur Rettung des Unesco-Weltkulturerbes vorsieht. Mit den Mitteln, die sich aus einem nationalen und einem Gemeinschaftsbeitrag zusammensetzen, soll gewährleistet werden, dass Pompejis das kostbare Zeugnis vergangener Zeiten bewahrt, heißt es in einer Erklärung

Der EU-Beitrag wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gespeist, über das Programm "Attrattori culturali, naturali e turismo", das zur Förderung des Kultur- und Naturerbes sowie der touristischen Sehenswürdigkeiten in Kampanien, Apulien, Kalabrien und Sizilien in den Jahren 2007-2013 aufgelegt wurde.

Hintergrund

Die Stadt Pompeji am Golf von Neapel ging beim Ausbruch des Vesuvs am 24. August 79 n. Chr. unter. Nach ihrer Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert wurde die Stadt zu einer wichtigen Forschungsstätte der Archäologie, zumal die gut erhaltetenen Gebäude und Gegenstände einmalige Einblicke in das römische Alltagsleben gewähren. 

In Italien wird der Umgang mit der historischen Stätte zunehmend kritisch diskutiert. Der Regierung wird vorgeworfen, zu wenig für den Erhalt der Ruinenstadt zu tun, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet. Ende 2010 waren bereits mehrere Gebäude zusammengebrochen, auch die "Schola Armaturarum", in der sich einst Gladiatoren auf ihre Kämpfe vorbereiteten. 

Red.

Links

 
UNESCO: Archaeological Areas of Pompei, Herculaneum and Torre Annunziata

EU-Kommission: Saving Pompeii with EU support (15. November 2011)

Presse

NZZ: Kritik an Pompejis leisem Untergang (31. Oktober 2011)

Spiege.de: Krimi im Ascheregen des Vulkans (28. November 2011)