EU initiert Reflektion über zukünftige grüne Politik [DE]
Die Europäische Union muss ihre Wachstums- und Beschäftigungsziele mit ihren langfristigen umweltpolitischen Zielen in Einklang bringen sagt die Europäische Kommission in einem Bericht, in dem sie eine Bestandsaufnahme der zehn Jahre alten Nachhaltigkeitsbilanz vornimmt.
Die Europäische Union muss ihre Wachstums- und Beschäftigungsziele mit ihren langfristigen umweltpolitischen Zielen in Einklang bringen sagt die Europäische Kommission in einem Bericht, in dem sie eine Bestandsaufnahme der zehn Jahre alten Nachhaltigkeitsbilanz vornimmt.
Die weltweite Nachfrage nach natürlichen Ressourcen wächst schnell, europäische Fischbestände werden weiter dezimiert und Wälder und Böden werden zunehmend vom Klimawandel herausgefordert, sagt ein Bericht, der am 24. Juli 2009 veröffentlich wurde.
Mit ihrem erst kürzlich angenommenen Klima- und Energiepaket hat die EU einen positiven Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung geleistet, aber “unhaltbare Trends bleiben in mehreren Bereichen bestehen“, bemerkt der Bericht, der die Fortschritte bewertet seit die Union ihre Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2001 verabschiedet hat.
Die EU-Kommission schätzt die jährlichen Verluste des Ökosystems als equivalent ein zu 50 Milliarden Euro und die kumulierten Wohlfahrtsverluste werden auf gleich bedeutend mit 7 Prozent des BIPs im Jahr 2050 geschätzt.
Entkoppelung des Transportaufkommens vom Wirtschaftswachstum bleibt auch eine Herausforderung und der Güterverkehr hat sogar „noch schneller als das BIP“ zugenommen, notiert der Bericht.
In Richtung erneuerter Prioritäten
Der Bericht beginnt eine Reflektion darüber, wie die EU-Nachhaltigkeitsstrategie (NS) sich in der Zukunft entwickeln sollte und wie sie besser mit den übergreifenden EU-Strategien abgestimmt werden kann.
Die Kommission betont insbesondere die Notwendigkeit mehr Synergien mit der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung zu finden, welche 2010 überarbeitet werden wird. Der Bericht fordert eine bessere Koordinierung und Steuerung zwischen Klimawandel, Energie sowie finanzieller und sozialer Nachhaltigkeit – Politiken, die von beiden Strategien abgedeckt werden.
Laut der Europäischen Kommission, könnte die Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet werden, um besser beizutragen zu „einer schnellen Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft, die geringen Ressourceneinsatz erfordert und auf energie- und ressourcenschonenden Technologien sowie nachhaltigen Transportmöglichkeiten beruht, und sich zu einem nachhaltigen Konsumentenverhalten verändert.“
Der Fortschrittsbericht wird nun den EU-Chefs übergeben, von denen erwartet wird, dass sie die Prioritäten überarbeiten und später in diesem Jahr Orientierung für die zukünftige Strategie bieten.
Ebenso beginnt die EU damit über die Überarbeitung der Lissabon Strategie aus dem Jahr 2000 nachzudenken, welche das Ziel verfolgt aus der EU „die am wettbewerbsfähigsten Wirtschaft der Welt bis 2010 zu machen“. ‚Grünes Wachstum‘ und Umweltverträglichkeit werden sehr wahrscheinlich unter den neuen Prioritäten prominent vertreten sein.