EU-Kommissar kritisiert Verkehrsunternehmen
Starker Schneefall führt in Europa weiter zu erheblichen Verzögerungen im Reiseverkehr. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas kritisiert nun die Verkehrsunternehmen: Sie müssten ihre Verantwortung nach geltendem EU-Recht sehr ernst zu nehmen, Passagiere rechtzeitig informieren und ausreichend versorgen.
Starker Schneefall führt in Europa weiter zu erheblichen Verzögerungen im Reiseverkehr. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas kritisiert nun die Verkehrsunternehmen: Sie müssten ihre Verantwortung nach geltendem EU-Recht sehr ernst zu nehmen, Passagiere rechtzeitig informieren und ausreichend versorgen.
Die EU-Kommission drängt Bahn- und Fluggesellschaften, ihre durch Eis und Schnee gestrandeten Passagiere ausreichend zu informieren und versorgen.
"Die Passagiere müssen in angemessener und serviceorientierter Weise behandelt werden", sagte Verkehrskommissar Siim Kallas der Zeitung "Die Welt" mit Blick auf EU-Regelungen. "Die Regeln der Rückerstattung von Tickets werden natürlich Anwendung finden."
"Wir fordern Fluggesellschaften und Bahnunternehmen auf, ihre Verantwortung nach dem geltenden EU-Recht sehr ernst zu nehmen", so Kallas.
Schwierige Situation für Unternehmen
Auf der anderen Seite müssten aber auch die Passagiere mit Umsicht und Verständnis reagieren. Für die Unternehmen sei die Situation sehr schwierig.
Starker Schneefall hat in mehreren Ländern Europas zu erheblichen Verzögerungen im Reiseverkehr geführt. Schnee und Eis haben den Frankfurter Flughafen am Dienstagmorgen lahmlegt.
Seit kurz nach 5 Uhr gebe es keine Starts und Landungen mehr, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Wegen der extremen Niederschläge seien Start- und Landebahnen nicht schnee- und eisfrei zu halten. Aus Sicherheitsgründen sei der Flughafen deshalb für den Flugbetrieb gesperrt. Voraussichtlich dauere die Sperrung noch bis 9 Uhr, sagte der Sprecher weiter.
Deutsche Bahn entschuldigt sich
Die Deutsche Bahn hat sich für die winterbedingten Zugausfälle und Verspätungen bei ihren Kunden entschuldigt.
Die Bahn-Mitarbeiter würden trotz der extrem widrigen Umstände Unglaubliches leisten und jeden Tag die überwältigende Mehrheit von 7,3 Millionen Fahrgästen sicher ans Ziel bringen, sagte Bahn-Vorstand Ulrich Homburg der "Bild"-Zeitung laut Vorab-Bericht aus der Dienstag-Ausgabe. "Ich entschuldige mich bei all denjenigen, bei denen dies nicht der Fall ist." Die Situation sei weder für die Kunden noch für die Bahn-Mitarbeiter einfach. "Aber wenn man die Probleme im Auto- oder Flugverkehr betrachtet, schlagen wir uns vergleichsweise gut." Die Bahn habe 10.000 Schneeräumkräfte und fast viermal so viele Techniker wie im letzten Winter im Einsatz.
Homburg kündigte an, zu Weihnachten werde sichergestellt, dass die Hauptreiserouten im Fernverkehr mit der nötigen Kapazität befahren würden. "Auf den Nebenstrecken wird unsere Regionalzug- und Busflotte dafür sorgen, dass möglichst jeder sein Reiseziel zu Weihnachten erreicht."
EURACTIV / rtr / dto
Links
EU-Kommission: Statement by Vice President Kallas on air travel disruption across Europe (21. Dezember 2010)
Welt: EU-Kommissar will bessere Versorgung der Passagiere (20. Dezember 2010)
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