EU kürzt Chemie-Abgaben für KMU

Kleine Unternehmen werden in Folge einer Entscheidung der Europäischen Kommission geringere Abgaben an die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) zahlen. Diese beschloss, die Abgaben um bis zu 90 Prozent zu senken.

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Kleine Unternehmen werden in Folge einer Entscheidung der Europäischen Kommission geringere Abgaben an die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) zahlen. Diese beschloss, die Abgaben um bis zu 90 Prozent zu senken.

Chemieunternehmen, die sich der Klassifizierungs-, Beschriftungs- und Verpackungsrichtlinie (CLP) unterwerfen müssen, werden nun in ihrer eigenen Sprache arbeiten können, da die ECHA ihre Richtliniendokumente übersetzt hat.

Die Industrie beschwert sich seit langem über die lästigen Verwaltungskosten, denen Unternehmen im Chemiesektor ausgesetzt sind. Insbesondere KMU finden es schwierig, den CLP-Regulierungen und den REACH-Richtlinien zu entsprechen.

Abgaben für die CLP sind um 90 Prozent für Mini-Unternehmen, 60 Prozent für Kleinunternehmen und 30 Prozent für mittelgroße Unternehmen gesenkt worden. Diese Abgaben fallen an, wenn ein Unternehmen einen alternativen Namen für eine Substanz oder die standardisierte Klassifizierung und Beschriftung von Substanzen beantragt. Unternehmen können den neuen alternativen Namen auch in einer Reihe von zusätzlichen Mischungen nutzen, ohne eine gesonderte Abgabe zu zahlen.

Vize-Präsident der Europäischen Kommission Antonio Tajani, der für Industrie und Unternehmertum verantwortlich ist, sagte, dass die Änderung kleineren Unternehmen im Chemiesektor helfen würde, wettbewerbsfähiger zu sein. „Mit den REACH- und CLP-Regulierungen haben wir die Basis für ein modernes Gesetzgebungsschema gelegt, welches auch neue Gelegenheiten für Unternehmen schafft.“

KMU werden auch von nationalen Beratungsstellen in allen EU-Ländern bezüglich REACH und CLP unterstützt. Vize-Präsident Tajani drängte kürzlich alle Mitgliedsstaaten, sicherzustellen, dass die Beratungsstellen angemessen besetzt seien, um einer wachsenden Anfrage standzuhalten.

Währenddessen hat eine Gruppe von führenden Managern der Kommission, der ECHA und sechs Industrieorganisationen an praktischen Lösungen gearbeitet, die Unternehmen helfen könnten, die REACH-Abgabefrist am 30. November 2010 einzuhalten.

Die Frist hat bedeutsamen Druck auf die Industrie ausgeübt, indem sie Unternehmen zwang, Arbeitnehmerzahlen zu erhöhen, um den Richtlinien gerecht zu werden.