EU: Lufthansa darf Brussels Airlines übernehmen
Die Deutsche Lufthansa darf den belgischen Konkurrenten SN Brussels Airlines unter Auflagen übernehmen. Brüssel hatte den Deal besonders gründlich geprüft.
Die Deutsche Lufthansa darf den belgischen Konkurrenten SN Brussels Airlines unter Auflagen übernehmen. Brüssel hatte den Deal besonders gründlich geprüft.
Wegen kartellrechtlicher Bedenken verfügte die EU- Kommission laut einer Mitteilung vom Montag, dass Lufthansa der Konkurrenz Start- und Landerechte zur Verfügung stellen muss. Damit soll ein Monopol auf vier Strecken zwischen Brüssel und Deutschland sowie der Schweiz verhindert werden.
Die Wettbewerbshüter hatten das Vorhaben seit Januar wegen anfänglicher Bedenken besonders gründlich untersucht. Sie billigten nun die geplante Übernahme der SN Airholding, der Muttergesellschaft von SN Brussels Airlines. Die Zusagen betreffen die Verbindungen zwischen Brüssel auf einen Seite und Frankfurt, Hamburg, München und Zürich auf der anderen Seite.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte: „Die weitreichenden Abhilfemaßnahmen der Lufthansa werden den Markteinstieg auf den betreffenden Strecken erleichtern und damit den Flugreisenden ein breiteres Angebot eröffnen. Angesichts der derzeitigen Konsolidierung im europäischen Luftfahrtsektor legt die Kommission besonderes Augenmerk auf den Schutz der Verbraucherinteressen und den Erhalt eines wettbewerbsorientierten Angebots der Fluggesellschaften in Europa.“
Nach der Genehmigung kündigte die Lufthansa den schnellen Vollzug der Übernahme an. Die Transaktion solle noch im Juni abgeschlossen werden, erklärte eine Sprecherin in Frankfurt. Zunächst wird das deutsche Unternehmen 45 Prozent an der Muttergesellschaft von Brussels Airlines, SN Airholding SA/NV, übernehmen. Mit dem Geschäft verbunden ist eine Option auf die verbleibenden 55 Prozent ab dem Jahr 2011. Schon vor der kartellrechtlichen Genehmigung hatten die beiden Fluggesellschaften ihre Zusammenarbeit intensiviert.
awr/dpa