EU-Regeln zu Zitrusfrüchten: Südafrikas Bauern wollen WTO-Verfahren

Südafrikanische Zitrusbauern haben die dortige Regierung aufgefordert, bei der Welthandelsorganisation (WTO) Beschwerde gegen die EU-Regeln zum Schädlingsbefall bei Zitrusfrüchten einzulegen, die aus ihrer Sicht Tausende Jobs gefährden.

EURACTIV mit Reuters
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Die von der EU im Juni 2022 verhängten Maßnahmen sehen eine verstärkte Kältebehandlung für Zitrusexporte vor. Grund dafür sind Bedenken hinsichtlich des Falschen Apfelwicklers, eines in Afrika südlich der Sahara weit verbreiteten Schädlings, und der Citrus-Schwarzfleckenkrankheit (CBS), einer Pilzerkrankung, die dunkle Flecken auf den Früchten hinterlässt. [Jean Faucett/Shutterstock]

Südafrikanische Zitrusbauern haben die dortige Regierung aufgefordert, bei der Welthandelsorganisation (WTO) Beschwerde gegen die EU-Regeln zum Schädlingsbefall bei Zitrusfrüchten einzulegen, die aus ihrer Sicht Tausende Jobs gefährden.

Die von der EU im Juni 2022 verhängten Maßnahmen sehen eine verstärkte Kältebehandlung für Zitrusexporte vor. Grund dafür sind Bedenken hinsichtlich des Falschen Apfelwicklers, eines im Süden Afrikas weit verbreiteten Schädlings, sowie der Citrus-Schwarzfleckenkrankheit (CBS), einer Pilzerkrankung, die dunkle Flecken auf den Früchten hinterlässt.

Nach Angaben der Citrus Growers Association of Southern Africa (CGA) könnten sich Südafrikas Orangenexporte nach Europa in diesem Jahr aufgrund der EU-Pflanzenschutzvorschriften um 20 Prozent verringern.

Die südafrikanische Zitrusindustrie argumentiert, ihre derzeitigen Maßnahmen zur Schädlings- und Krankheitsbekämpfung seien bereits äußerst wirksam, und sieht in den Maßnahmen der EU einen Vorwand für Protektionismus.

Andere große Zitrusexporteure haben sich nicht über die EU-Maßnahmen beschwert, welche sich auf Schädlinge und Krankheiten beziehen, die in Südafrika am häufigsten vorkommen.

Die südafrikanischen Landwirte kämpften derzeit bereits mit hohen Preisen für Strom und Logistik sowie erhöhten Investitionskosten, erklärte Deon Joubert, Sonderbeauftragter der CGA für Marktzugang und EU-Angelegenheiten, in einer Mitteilung.

Sie könnten deshalb die zusätzlichen jährlichen Kosten von zwei Milliarden Rand (98 Millionen Euro) für Schutzmaßnahmen gegen die Pilze und Schädlinge nicht aufbringen, fügte er hinzu.

Die Organisation „ruft die südafrikanische Regierung auf, mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um diese CBS-Vorschriften zu stoppen und für südafrikanische Arbeitsplätze und Einnahmen zu kämpfen. Die Einleitung eines WTO-Verfahrens ist wirklich dringend erforderlich“, so Joubert.

Nach Angaben der CGA sichert der EU-Zitrusmarkt derzeit insgesamt 70.000 Arbeitsplätze in Südafrika und generiert jährliche Exporteinnahmen in Höhe von etwa 800 Millionen Dollar (726 Millionen Euro).

Im vergangenen Jahr hatte Südafrika zum ersten Mal Beschwerde bei der WTO gegen die phytosanitären Anforderungen der EU für die Einfuhr von Orangen und anderen Zitrusprodukten im Zusammenhang mit dem Falschen Apfelwickler eingereicht.

Die Konsultationen über diese Beschwerde laufen laut der WTO aktuell noch.