EU-Regionen fordern regionale Lebensmittel in Kantinen

Das öffentliche Beschaffungswesen sollte als Instrument genutzt werden, um den Absatz regionaler Lebensmittel zu fördern. Das fordert eine Koalition von Regionalregierungen, die die EU aufgefordert haben, Mindeststandards für die öffentliche Verpflegung einzuführen.

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Das Manifest zielt unter anderem darauf ab, dass gesündere, nachhaltig produzierte und preisgünstige regionale Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung bevorzugt werden.  [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/primary-school-kids-eating-table-cafeteria-503425960" target="_blank" rel="noopener">[SHUTTERSTOCK]</a>]

Das öffentliche Beschaffungswesen sollte als Instrument genutzt werden, um den Absatz regionaler Lebensmittel zu fördern. Das fordert eine Koalition von Regionalregierungen, die die EU aufgefordert haben, Mindeststandards für die öffentliche Verpflegung einzuführen.

Die Local Governments for Sustainability (ICLEI), ein Netzwerk von mehr als 2.500 lokalen und regionalen Regierungen, die sich für eine nachhaltige Stadtentwicklung einsetzen, haben am Dienstag (11. Oktober) bei einer Sitzung des Europäischen Ausschusses der Regionen ein Manifest vorgelegt.

Dieses fordert unter anderem, dass gesündere, nachhaltig produzierte und preisgünstige regionale Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung bevorzugt werden sollen.

Auf diese Weise sollen lokale Lieferketten und damit die nachhaltige Entwicklung von Städten, Gemeinden und ländlichen Gebieten in Europa gestärkt werden.

„Diese neue Initiative, ein Manifest für die Nachhaltigkeit der öffentlichen Kantinen, [zielt] darauf ab, die regionalen Gerichte, die vollwertigen, die gesunden, auch auf die Teller der Kantinen zu bringen, ob Schulkantinen, Krankenhauskantinen und so weiter“, sagte Arno Kompatscher, Präsident der Provinz Bozen-Südtirol, gegenüber Journalist:innen.

Auch die EU-Flaggschiffstrategie für den Lebensmittelsektor, die Farm-to-Fork-Strategie, sieht vor, dass die Gemeinschaftsverpflegung Mindeststandards für nachhaltige Lebensmittel einhalten soll.

Der Schritt ist Teil der Bemühungen, Städte, Regionen und Behörden dabei zu unterstützen, ihren Teil zur Beschaffung nachhaltiger Lebensmittel für Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen beizutragen.

Die Strategie enthält auch eine Verpflichtung zur Überarbeitung des EU-Schulprogramms. Diese europäische Initiative wurde 1977 ins Leben gerufen, um ihren Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensmittelkonsum zu verbessern und insbesondere die Aufklärung über die Bedeutung einer gesunden Ernährung, einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion und der Reduzierung von Lebensmittelabfällen zu verbessern.

„Die Kommission wird mit gutem Beispiel vorangehen und die Nachhaltigkeitsstandards im Catering-Vertrag für ihre Kantinen verstärken“, heißt es in der Farm-to-Fork-Strategie.

Die Idee, die Programme für eine umweltfreundliche öffentliche Beschaffung zu stärken, wurde bisher jedoch eher im Zusammenhang mit der Steigerung der Nachfrage nach Bio-Produkten als mit regionalen Produkten an sich propagiert.

Nach Ansicht Kompatschers, dem ehemaligen Berichterstatter des Ausschusses der Regionen in Brüssel für die nachhaltige EU-Lebensmittelpolitik, braucht es bei den Bemühungen um nachhaltige, lokal erzeugte Lebensmittel einen Bottom-up-Ansatz.

„Wir sind davon überzeugt, dass dies von unten nach oben geschehen muss, unter Einbeziehung aller Akteure, denn es ist eine Sache, Dinge zu sagen und auch Regeln als Rahmen zu schaffen, und eine andere, Dinge zu tun und sie umzusetzen“, sagte er und forderte die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure.

Der Vertreter hofft nun, dass das Manifest von den EU-Institutionen berücksichtigt wird.

„Es besteht die große Hoffnung, dass unsere Forderungen vom Parlament und der Europäischen Kommission aufgenommen werden“, schloss er.

Auch in Deutschland hat Bundesagrarminister Cem Özdemir seit Amtsantritt immer wieder die Bedeutung der Gemeinschaftsverpflegung auf dem Weg zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung betont.

Die Gemeinschaftsverpflegung dürfte daher auch ein wichtiger Aspekt der für 2023 erwarteten Ernährungsstrategie sein, die das Bundeslandwirtschaftsministerium aktuell erarbeitet.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]