EU sollte Spracherwerb als „Freizeitaktivität“ fördern [DE]

Kommissar Leonard Orban wird heute (31. Januar 2008) seine Schlussfolgerungen eines Berichts über Mehrsprachigkeit vorlegen, und betonen: Es müsse mehr getan werden, um den Spracherwerb auch außerhalb der traditionellen Ausbildungsstätten zu fördern, wenn man einen Durchbruch erreichen und die Nutzung von Fremdsprachen in der gesamten EU verbreiten wolle.

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Kommissar Leonard Orban wird heute (31. Januar 2008) seine Schlussfolgerungen eines Berichts über Mehrsprachigkeit vorlegen, und betonen: Es müsse mehr getan werden, um den Spracherwerb auch außerhalb der traditionellen Ausbildungsstätten zu fördern, wenn man einen Durchbruch erreichen und die Nutzung von Fremdsprachen in der gesamten EU verbreiten wolle.

Die EU-Bürger sollen ermutigt werden, mindestens zwei „Adoptivsprachen“ zu sprechen – Sprachen, die nicht die Muttersprache sind und ein Leben lang am Arbeitsplatz und im Privatleben genutzt werden. Dies ist einer der Schwerpunkte des Berichts der hochrangigen Gruppe. Leonard Orban, Kommissar für Mehrsprachigkeit, wird ihn heute vorlegen.

Der Bericht trägt den Titel „Eine lohnende Herausforderung. Wie die Mehrsprachigkeit zur Konsolidierung Europas beitragen kann“. Er fordert, dass die Kommission mehr tun müsse, um den Spracherwerb außerhalb der Schulen und Universitäten zu fördern. Es seien insbesondere größere Bemühungen im Bereich Erwachsenenbildung notwendig. Spracherwerb müsse – wie Sport – Teil der Freizeit werden.

Orbans Sprecher Pietro Petrucci sagte EURACTIV, dass Bildung weiterhin in den Aufgabenbereich der einzelnen Mitgliedstaaten falle. Die Kommission könne nur beste Praktiken empfehlen und Leitlinien vorgeben. 

Zu den weiteren Maßnahmen, die der Bericht empfiehlt, zählen EU-weite Programme wie ‚Jugend in Aktion’, ‚ Europa für Bürgerinnen und Bürger’ und ‚Lebenslanges Lernen’. Diese sollen weiterentwickelt werden, um zum Erlernen einer Fremdsprache zu ermutigen und um den Kontakt zwischen den Sprechern verschiedener Sprachen zu erweitern.

Der Bericht ruft die Kommission weiterhin auf, ein Expertentreffen einzuberufen. Vertreter aus Hochschulwesen, relevanten Organisationen und staatlichen Behörden sollen über Fragen aus dem Bereich Übersetzung und Dolmetschen beraten, denen auf EU-Ebene Beachtung geschenkt werden sollte.

Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft bereitet sich derzeit darauf vor, am 15. Februar 2008 eine Ministerkonferenz zum Thema ‚Förderung der Mehrsprachigkeit’ auszurichten. Während der Konferenz wird die Meinung des Rats über den Aktionsplan Erwachsenenbildung dargelegt werden. Sie wird mit einer interinstitutionellen Erklärung abgeschlossen werden, die 2009 als das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation bestimmen wird, so Petrucci.