EU-Strafen für Waschmittelkartell

Die führenden Waschmittelhersteller in Europa haben über Jahre hinweg ihre Preise für Haushaltswaschpulver abgesprochen. Das Kartell aus Procter & Gamble, Unilever und Henkel muss nun insgesamt 315 Millionen Euro an EU-Strafen bezahlen.

Saubere Wäsche mit schmutzigen Tricks: Das Waschmittelkartell aus Procter & Gamble (Ariel), Unilever (Coral) und Henkel (Persil, Weißer Riese) hat drei Jahre lang die Preise abgesprochen. Foto: dpa
Saubere Wäsche mit schmutzigen Tricks: Das Waschmittelkartell aus Procter & Gamble (Ariel), Unilever (Coral) und Henkel (Persil, Weißer Riese) hat drei Jahre lang die Preise abgesprochen. Foto: dpa

Die führenden Waschmittelhersteller in Europa haben über Jahre hinweg ihre Preise für Haushaltswaschpulver abgesprochen. Das Kartell aus Procter & Gamble, Unilever und Henkel muss nun insgesamt 315 Millionen Euro an EU-Strafen bezahlen.

Drei große Waschmittelhersteller haben über drei Jahre hinweg (2002 bis 2005) ihre Preise für Haushaltswaschpulver abgesprochen. Das Wachmittelkartell bestand für Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Portugal und Spanien.

Das deutsche Unternehmen Henkel (Persil, Weißer Riese) muss keine Geldbuße bezahlen, da das Unternehmen die EU-Kommission über das Kartell informiert hatte.

Ermäßigte Geldbußen

Die zwei anderen Kartellmitglieder Procter & Gamble (Ariel) und Unilever (Coral) müssen im Kartellvergleichsverfahren Geldbußen in Höhe von insgesamt 315 Millionen Euro zahlen. Die Strafe fiel relativ gering aus, da sich beide Unternehmen am Kartellverfahren beteiligt haben und daher die EU-Kronzeugenregelung greifen konnte.

Die EU-Kommission senkte die Geldbußen um 50 Prozent für Procter & Gamble und um 25 Prozent für Unilever. Da beide Unternehmen dem Vergleichsverfahren zustimmten, gab es eine weitere Ermäßigung um 10 Prozent. Procter & Gamble muss nun 211 Millionen Euro an die EU-Kommission überweisen, Unilever wurde zur Zahlung von 104 Millionen Euro verpflichtet.

"Im Januar 2011 übernahmen alle beteiligten Unternehmen klar und unmissverständlich die Verantwortung für die Zuwiderhandlung", heißt es in der heutigen Mitteilung der EU-Kommission. "Unternehmen sollten sich aber keinen Illusionen hingeben. Die Kommission wird die Kartellverfolgung mit aller Entschiedenheit fortsetzen, denn Kartelle verlangen von den Verbrauchern Preise, die höher sind, als wenn der Wettbewerb ordnungsgemäß funktioniert", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

mka

Links

EU-Kommission: Kartellvergleichsverfahren: Geldbußen von 315.2 Million EUR gegen Waschpulverhersteller (13. April 2011)

EU-Kommission:
Geldbußen von 269 Mio. EUR gegen langjähriges Kartell von Spannstahl-Herstellern (4. April 2011)

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