EU-Verbraucherstudie: Häusliche Europäer

Schweden beschweren sich oft. Luxemburger shoppen viel im Ausland. Deutsche sind Besitzlose - zumindest im europäischen Vergleich. Die neue EU-Verbraucher-Studie ist da.

Die EU-Verbraucher sind vom Gas abhängig. So ein Ergebnis der neuen EU-Verbraucherstatistik. 
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Die EU-Verbraucher sind vom Gas abhängig. So ein Ergebnis der neuen EU-Verbraucherstatistik. Foto: dpa

Schweden beschweren sich oft. Luxemburger shoppen viel im Ausland. Deutsche sind Besitzlose – zumindest im europäischen Vergleich. Die neue EU-Verbraucher-Studie ist da.

Die Studie "Consumers in Europe", herausgegeben von Eurostat und Kommission (26. Juni 2009), durchleuchtet den EU-Verbraucher – vom Alkoholkonsum bis zum Energieverbrauch. Die Daten stammen zum Teil aus 2007 – die Auswirkungen der Krise bleiben unberücksichtigt.

Deutschland ist Land der Eigentumslosen

Im europäischen Vergleich ist Deutschland beim Wohneigentum Schlusslicht. Während im EU-Schnitt 65 Prozent aller Haushalte über Wohneigentum verfügten, waren es hierzulande nur 46 Prozent.

Osteuropäische Staaten sind dagegen vom Besitztum geprägt. So gut wie jedem rumänischen Haushalt gehörte Wohneigentum (96 Prozent), in Litauen und der Slowakei waren es 89 Prozent, in Ungarn 87 Prozent. 

Generell sind die Europäer eher häuslich veranlagt. Die Mehrheit der Bürger (52 Prozent) lebt in Häusern. Hier bestätigten sich gängige Vorstellungen: 59 Prozent der Briten wohnen in Reihenhäusern oder Doppelhaushälften.

In Wohnungen lebt dagegen die große Mehrheit der Letten (72 Prozent) und Esten (69 Prozent). Auch in Deutschland ist der Anteil der "Wohnungs-Haushalte" relativ hoch (62 Prozent).

Europa hängt vom Gas ab

Der Energieverbrauch der europäischen Privathaushalte zeigt, wie wichtig die Gasversorgung ist. 40 Prozent des Verbrauchs wurde mit Gas gedeckt. 24 Prozent entfiel auf elektrischen Strom, 15 Prozent auf Erdölprodukte und 7 Prozent auf Fernwärme. Ingesamt 12 Prozent des Verbrauchs speiste sich aus erneuerbaren Energien.

Spitzenreiter bei der Gasabhängigkeit sind die Niederländer.  Sie decken 72 Prozent ihres privaten Energiebedarfs mit Gas. Deutsche Haushalte sind ebenfalls abhängiger vom Gas als der EU-Schnitt (46, 7 Prozent des Energieverbrauchs der privaten Haushalte).

Trotz massiver Förderung lag Deutschland im Verbrauch von erneuerbaren Energien hinten. Sie speisten nur 9 Prozent des Energiebedarfs der Haushalte, in Lettland waren es 50 Prozent, in Schweden und Litauen jeweils 37 Prozent.

Schweden beschwerdefreudig

2008 gaben 16 Prozent der EU-Verbraucher an, sich im zurückliegenden Jahr bei einem Verkäufer oder Dienstleister beschwert zu haben. Die höchsten Beschwerdequoten meldeten Schweden (34 Prozent), die Niederlande (25 Prozent), Deutschland und das Vereinigte Königreich (jeweils 24 Prozent). Bulgaren und Portugiesen scheinen kaum etwas zu beanstanden. Hier beschwerten sich nur 4 bzw. 5 Prozent.

Nur in 51 Prozent der Fälle wurden Beschwerden zur Zufriedenheit erledigt.

Grenzenloses Shoppen

Fast ein Viertel der EU-Verbraucher kaufte 2008 im EU-Ausland ein. Vor allem Luxemburger (68 Prozent) und Schweden (59 Prozent) zog es zum Shoppen über die Grenze. Dagegen machten nur 9 Prozent der Portugiesen und 10 Prozent der Griechen Geschäfte im EU-Ausland.

Der grenzüberscheitende Internet-Einkauf ist in der EU noch kaum entwickelt. Gerade mal 2 Prozent wagten es, online in einem anderen EU-Land Waren oder Dienstleistungen zu ordern.

awr

Eurostat: Pressemitteilung

Eurostat: Costumers in Europa (EN) – 26. Juni 2009