EU versucht Chaos im Flugverkehr anzugehen

Die spanische EU-Ratspräsidentschaft sagte am Sonntag dass heute (19. April) möglicherweise 50 Prozent der Flüge in Europa stattfinden könnten, nachdem Vulkanaschewolken aus Island Störungen im Flugverkehr verursacht hatten. EU-Transportminister werden die Situation in einer Telekonferenz beurteilen.

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Die spanische EU-Ratspräsidentschaft sagte am Sonntag dass heute (19. April) möglicherweise 50 Prozent der Flüge in Europa stattfinden könnten, nachdem Vulkanaschewolken aus Island Störungen im Flugverkehr verursacht hatten. EU-Transportminister werden die Situation in einer Telekonferenz beurteilen.

Der spanische Minister für EU-Angelegenheiten Diego Lopez Garrido sagte Journalisten nach einem Treffen in der Europäischen Flugfahrt-Kontrollagentur Eurocontrol, dass die Aschewolke sich in Richtung Nordosten bewege, was die Hälfte des europäischen Luftraums freigeben könnte.

„Die Voraussicht ist, dass morgen womöglich die Hälfte der Flüge aufgenommen wird. Es wird schwierig werden, deswegen müssen wir uns koordinieren“, so Garrido. EU-Transport Kommissar Siim Kallas sagte derselben Versammlung, er hoffe, dass 50 Prozent des europäischen Luftraumes am Montag risikofrei seien.

Kallas fügte hinzu, die augenblickliche Situation sei „nicht tragfähig“ und die europäischen Autoritäten arbeiteten an einer Lösung, die die Sicherheit nicht aufs Spiel setze.

„Wir können nicht darauf warten, dass die Asche einfach irgendwann verschwindet“, so Kallas.

Garrido sagte, dass Testflüge keinen Schaden an Flugzeugen durch die Aschewolke aufgezeigt hätten.

„Lufthansa hat elf Flüge gemacht, KLM neun, Air France sieben und die Resultate haben keine Auswirkung in der Gegend […] keine Auswirkung durch die Aschewolke.“

Kallas sagte, ein technisches Treffen der EU-Transportminister am Montagnachmittag würde die in Testflügen in europäischen Ländern gesammelten Informationen bewerten.

„Gestützt auf die neuen Informationen von den Testflügen gestern und heute ist es möglich, dass wir zu einer Entscheidung kommen. All diese neuen Elemente sollten während des technischen Treffens in Betracht gezogen werden.“

Er unterstrich die Wichtigkeit einer koordinierten europäischen Reaktion: „Wir müssen eine genauere europäische Lösung abliefern, um den europäischen Luftraum Stück für Stück zu öffnen.“

Fluggesellschaften und Flughäfen stellen Sicherheitsmaßnahmen in Frage

Zuvor hatten die Hauptzusammenschlüsse der europäischen Flughäfen und Fluggesellschaften die Verhältnismäßigkeit der Einschränkungen in Frage gestellt, welche einen Großteil des europäischen Luftraumes geschlossen haben, und hatten um eine Neubewertung gebeten.

„Obwohl die europäischen Fluggesellschaften und Flughäfen Sicherheit als absolute Priorität sehen, stellen sie die Verhältnismäßigkeit der Flugeinschränkungen, die zur Zeit in Kraft sind, in Frage“, sagte ACI Europa in einer Stellungnahme.

Die europäische Luftfahrt-Kontrollagentur Eurocontrol sagte, etwa 5.000 Flüge fanden am Sonntag im europäischen Flugraum statt im Vergleich zu 24.000 unter normalen Umständen.

In Belgien bleibt der Luftraum wenigstens bis 6.00h GMT am Montag gesperrt, kündigte ein Sprecher des Transportministers Etienne Schouppe an.

EU soll wirtschaftliche Auswirkung einschätzen

In der Zwischenzeit sagte die Europäische Kommission am Sonntag, sie stelle eine Gruppe zusammen, die die wirtschaftliche Auswirkung der Vulkanaschewolke aus Island einschätzen solle, und fügte hinzu, was auch immer für Schritte in den Ländern Europas genommen würden, man müsse sie vernünftig koordinieren.

„Die Vulkanaschewolke hat eine noch nie da gewesene Situation geschaffen“, so Kommissionspräsident José Manuel Barroso in einer Stellungnahme.

„Ich habe [EU-Transportkommissar Siim] Kallas gebeten, die Reaktion der Kommission zu koordinieren und die Auswirkung der durch die Vulkanaschewolke geschaffenen Situation auf die Wirtschaft und besonders auf die Luftfahrtindustrie vollständig einzuschätzen.“

„Es ist wichtig, dass alle Maßnahmen auf europäischem Level erwogen und koordiniert werden.“

Barroso sagte, Kallas werde von Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn unterstützt werden.

EU-Minister in Telekonferenz

Eine Sprecherin der spanischen EU-Präsidentschaft sagte, Spanien werde am Montag ein Treffen der EU-Transportminister per Video- und Telefonkonferenz leiten, um die durch die Vulkanaschewolke geschaffene Krise sowie mögliche Gegenmaßnahmen zu diskutieren.

Zuvor hatte die spanische Präsidentschaft gesagt, andere EU-Ministertreffen, die am Montag stattfinden sollten, seien aufgrund von Flugausfällen, die die Asche verursacht hatte, verschoben worden.

Laut der spanischen EU-Präsidentschaft waren darunter Treffen der EU-Landwirtschafts- und Fischereiminister, welche in Luxemburg gehalten werden sollten, sowie eine Konferenz zwischen der EU und Kroatien zum geplanten EU-Beitritt Kroatiens, die in Brüssel stattfinden sollte.

Ein Treffen der EU-Telekommunikationsminister am Montag in Granada wird laut einer Stellungnahme der spanischen Präsidentschaft stattfinden.

(EURACTIV und Reuters.)