EU will verschärfte Eigenkapitalanforderungen
Die Europäische Kommission will einem Dokument zufolge den Kapitalbetrag, der im Eigentum der europäischen Banken ist, erhöhen, um sich vor Verlusten durch den Derivatehandel zu schützen. Solche Verluste hatten Lehman Brothers 2008 zum Stillstand geführt.
Die Europäische Kommission will einem Dokument zufolge den Kapitalbetrag, der im Eigentum der europäischen Banken ist, erhöhen, um sich vor Verlusten durch den Derivatehandel zu schützen. Solche Verluste hatten Lehman Brothers 2008 zum Stillstand geführt.
Gestern (9. Februar) hat die Europäische Kommission ein Konsultationspapier veröffentlicht, welches zeigt, dass sie mehr Kapital auf den Bankbüchern sehen will. Damit sollen Lehman-ähnliche Verluste durch riskante Derivatedeals vermieden werden.
Der Sturz Lehmans war für Regulierer und Bankfachleute ein Weckruf, dass mit dem Derivatehandel – einem globalen Markt im Wert von 600 Billionen Dollar, der auf den zukünftigen Preisen der Vermögen, mit denen sie verbunden sind, basiert – nicht alles in Ordnung war.
Für einige Zeit sind Regulierer der Ansicht gewesen, man solle die Eigenkapitalanforderungen erhöhen – nicht zuletzt, weil es aus den Diskussionen der G20 herausgekommen war. Nun hat der Sektor genau einen Monat Zeit, um der Kommission zu übermitteln, mit welcher Art von Regeln er sich abfinden könnte.
Derivate setzen Investoren dem Risiko des Ausfalls der Gegenpartei aus. Dieses Risiko bedeutet, eine Partei – ein Kunde oder ein Makler – könnte nicht in der Lage sein, ihrer Seite des Deals nachzukommen.
Die Europäische Kommission hat bereits Vorschläge vorgelegt, um den Derivatehandel an die Börse zu bringen. Dies soll garantieren, dass sie von zentralen Gegenparteien (CCP, „central counterparties“) überwacht werden.
Die Kommission hofft, dass dies Lehman-ähnliche Auswirkungen vermeiden könnte, da die Gegenparteien eingreifen dürften, wenn eine der beiden Seiten nicht zahlen könnte. Üblicherweise erfolgen bei Derivaten Clearing und Abrechnung lediglich zwischen dem Kunden und dem Makler.
Das Konsultationspapier der Kommission schlägt auch Bußgelder vor, um Derivatemakler zu zwingen, CCP-Clearingstellen zu nutzen, oder um Banken zu verpflichten, mehr Kapital zu besitzen. Es wird erwartet, dass eine solche Maßnahme ihre Geschäftskosten erhöht und ihre Profite kürzt.