Euro-Länder erwägen Bankenabgabe bei Griechenland-Hilfe

Unter Vertretern der Euro-Zone wird französischen Angaben zufolge die Erhebung einer Bankenabgabe geprüft, um den Privatsektor an der Rettung Griechenlands zu beteiligen.

Medienberichten zufolge erwägen die Regierungen der Euro-Länder eine Bankenabgabe, die auch für Kreditinstitute gelten soll, die nicht direkt in Griechenland engagiert sind. Foto: dpa
Medienberichten zufolge erwägen die Regierungen der Euro-Länder eine Bankenabgabe, die auch für Kreditinstitute gelten soll, die nicht direkt in Griechenland engagiert sind. Foto: dpa

Unter Vertretern der Euro-Zone wird französischen Angaben zufolge die Erhebung einer Bankenabgabe geprüft, um den Privatsektor an der Rettung Griechenlands zu beteiligen.

"Das ist eine der Lösungen, die wir uns ansehen", sagte der französische Europaminister Jean Leonetti am Montag in Brüssel. Vorteil wäre, dass nicht direkt bei den Banken eingegriffen werden müsse. Die Wahrscheinlichkeit einer Staatspleite sei so geringer. Leonetti sagte, die Idee verdiene es, dass man sich näher mit ihr befasse.

Die "Welt" hatte zuvor unter Berufung auf Diplomatenkreise von ähnlichen Überlegungen berichtet. Die Abgabe soll dem Blatt zufolge auch für Kreditinstitute der Euro-Länder gelten, die nicht direkt in Griechenland engagiert sind.

Neben der Bankenabgabe solle der Privatsektor zusätzlich über einen Rückkauf griechischer Staatsanleihen zur Rettung des Landes beitragen. In Deutschland ist eine Bankenabgabe bereits beschlossen, um den Steuerzahler in Finanzkrisen zu entlasten.

IWF verärgert über Krisenmanagement

Der an Hilfen für strauchelnde Euro-Länder beteiligte Internationale Währungsfonds (IWF) ist der Zeitung zufolge zunehmend über das europäische Krisenmanagement verärgert. In einflussreichen Teilen des IWF gebe es den Wunsch, sich möglichst nicht an weiteren Rettungsmaßnahmen für Griechenland zu beteiligen. "Viele Leute im IWF haben die Nase voll", zitierte das Blatt aus EU-Diplomatenkreisen. Die Vertreter des Währungsfonds hätten auch ernsthafte Zweifel, dass Griechenland das verordnete Sparprogramm in vollem Umfang umsetzen könne.

Vor einem Sondergipfel zur Schuldenkrise am kommenden Donnerstag suchen Europas Politiker händeringend nach Lösungen, wie der Privatsektor in Hilfen eingebunden werden könnte.

EURACTIV/rtr/dto

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Presse

Welt: Merkel und Schäuble uneins über Euro-Krisenstrategie (18. Juli 2011)