Europa Kompakt: Dürre in Europa bringt Tierhaltung ans Limit

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Der Ukrainekrieg und die Dürren im Frühjahr und Sommer haben in ganz Europa Ängste über mögliche Engpässe bei der Lebensmittelversorgung ausgelöst.

Dass es für die Menschen innerhalb der EU bald nicht mehr genügend Lebensmittel geben könnte, ist jedoch – trotz steigender Lebensmittelpreise – extrem unwahrscheinlich.

Für wen es dagegen tatsächlich auf dem Speiseplan in nächster Zeit mau aussehen könnte, sind Kühe, Schweine, Hühner und andere Nutztiere.

So haben die Dürreperioden zwar in vielen Bereichen zu Ernteeinbußen geführt, besonderes Sorgenkind ist aber der für die Futtererzeugung wichtige Mais mit einem Produktionsrückgang von fast 14 Prozent im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt.

Futtermittel sind deshalb knapp, die Kosten schnellen in die Höhe und viele Landwirt:innen mussten bereits die eigentlich für den Winter gedachten Vorräte anbrechen.

Dazu kommt ein Mangel an Weideland, weil viele Flächen wegen der Trockenheit verdorrt sind.

Für viele Tierhalter:innen, die angesichts des Ukrainekriegs ohnehin durch hohe Preise für Energie und andere Produktionsmittel unter Druck standen, ist die Lage desolat. Dadurch drohen insbesondere Massenschlachtungen.

Wenn die Vorräte aufgebraucht sind, “wird sich die Frage stellen, ob es Keulungen geben wird oder ob einige Viehzüchter die Branche komplett aufgeben”, warnt beispielsweise der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling.

Auf Landwirt:innen und ihre Tiere dürften ein sehr langer Herbst und Winter zukommen.

Den Artikel mit allen Hintergründen zum Thema lesen Sie hier.

Britische Abwasserverklappung könnte Brexit-Abkommen verletzen. Die Einleitung von Abwässern in den Ärmelkanal durch das Vereinigte Königreich könnte einen Verstoß gegen das Handelsabkommen mit der EU darstellen, so die Europäische Kommission.

Rumpf des in Gibraltar verunglückten Öltankers zerbrochen. Der Rumpf eines Öltankers ist zerbrochen, nachdem er am Dienstag auf dem Weg von Gibraltar in die Niederlande mit einem anderen Schiff kollidiert war. Das Schiff hatte wohl 215 Tonnen schweres Heizöl, weitere 250 Tonnen Gasöl und 27 Tonnen Schmieröl geladen. Ob ein Austritt in großen Mengen bevorsteht, ist noch unklar.

Habeck kündigt fünftes schwimmendes LNG-Terminal an. Die Bundesregierung hat ein fünftes schwimmendes Flüssigerdgas-Terminal (LNG-Terminal) angekündigt, um die Menge an LNG, die das Land importieren kann, zu erhöhen, was für Deutschlands Binnennachbarn Segen sein könnte. Gerade Tschechien hat erhebliches Interesse an einer Beteiligung in der LNG-Infrastruktur angemeldet.

Cyber-Attacken in Montenegro. Das Federal Bureau for Investigation (FBI) der Vereinigten Staaten will demnächst sogenannte Cyber Action Teams (CAT) nach Montenegro entsenden, um die Untersuchung der jüngsten Cyberangriffe zu unterstützen. Es wird angenommen, dass russische Hacker hinter dem Angriff auf IT-Dienste der montenegrinischen Regierung letzte Woche stehen. 

Spielehersteller-Übernahme wird geprüft. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA wird die Untersuchung der Übernahme des Spieleherstellers Activision Blizzard durch Microsoft vorantreiben, wie sie gestern mitteilte. Im Falle eines erfolgreichen Zusammenschlusses, der Microsoft 68,7 Milliarden Euro kostete, würde Microsoft zum drittgrößten Spielehersteller aufsteigen – hinter dem chinesischen Unternehmen Tencent und Sony.

Erste Impfstoffe gegen Virusvarianten. Die Europäische Arzneimittelagentur hat erstmals grünes Licht für zwei Impfstoffe gegeben, die an die aktuell in Europa vorherrschende Corona-Subvariante BA.1 Omikron angepasst sind, gleichzeitig aber weiter auch gegen den ursprünglichen COVID-19-Stamm schützen sollen.

Kommission in Sachen Pestizidreduktion in der Kritik. Europaabgeordnete haben der EU-Kommission vorgeworfen, sie habe die potenziellen Auswirkungen ihres Vorschlags zur Halbierung des Einsatzes chemischer Pestizide bis 2030 auf die Lebensmittelproduktion in einer diese Woche vorgestellten Studie nicht ausreichend untersucht.

Schnellere Zulassung für Bio-Pestizide. Biologische Pflanzenschutzmittel gelten als wichtige Alternative für die chemische Pestizide, deren Einsatz die EU reduzieren will. Die biologischen Mittel, bei denen lebende Organismen wie Pilze oder Bakterien eingesetzt werden, sollen nun breiter verfügbar sein und schneller zugelassen werden – so das Ziel neuer Vorschriften, die die EU-Kommission verabschiedet hat.

Griechisches „Watergate“: Mitsotakis‘ Autoritarismus kann nicht länger toleriert werden. Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis sei ein „destabilisierender Faktor“ für das Land und die Bürger:innen könnten seine „autoritäre“ Haltung nicht ertragen, sagte der sozialistische Abgeordnete Michalis Katrinis gegenüber EURACTIV.

Macrons Energiegipfel schließt Oppositionsparteien aus, trotz Minderheitsregierung. Die Oppositionsparteien haben Präsident Emmanuel Macron dafür kritisiert, dass er für Freitag eine Dringlichkeitssitzung zu Fragen der Gas- und Stromversorgung einberufen hat, die wie bei der Corona-Pandemie ausschließlich auf Ministerebene stattfinden wird.

EU-Abgeordnete drängen Serbien zur Aufhebung des EuroPride-Verbots. Abgeordnete verschiedener Fraktionen haben die serbischen Behörden aufgefordert, das Verbot des für September geplanten EuroPride-Marsches aufzuheben. EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) und Parlamentspräsidentin Roberta Metsola haben als einzige Parlamentsspitzen nicht unterzeichnet.

Polen will 1,3 Billionen Euro Kriegsreparationen von Deutschland fordern. Vertreter:innen der polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) kündigten am Donnerstag, dem 83. Jahrestag des deutschen Angriffs auf Polen, an, dass sie rund 1,3 Billionen Euro an Kriegsreparationen von Deutschland fordern werden.

Portugal will Bevölkerung vor Inflation schützen. Der portugiesische Premierminister António Costa hat am Donnerstag gegenüber Reporter:innen erklärt, dass Maßnahmen zur Unterstützung portugiesischer Familien bei der Bewältigung der steigenden Lebenshaltungskosten am Montag angekündigt werden sollen.

Bulgariens überfüllte Flüchtlingszentren in der Kritik. Die Flüchtlingszentren in Bulgarien haben ihre maximale Kapazität um mehr als 20 Prozent überschritten und damit ein Niveau erreicht, das es in den letzten zwei bis drei Jahren nicht gab.

  • EU: Informelles Treffen der für die Kohäsionspolitik zuständigen Minister:innen unter Teilnahme der für Kohäsions- und Reformpolitik zuständigen Kommissarin Elisa Ferreira. // Energiekommissar Kadri Simson nimmt am G20-Ministertreffen zur Energiewende teil und trifft den australischen Umwelt- und Energieminister Chris Bowen. // Ausschusssitzungen des Europäischen Parlaments. // Die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola trifft den portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa.
  • Deutschland: Veröffentlichung der Außenhandelsdaten für Juli. // Bundeskanzler Olaf Scholz trifft Ministerpräsident:innen der östlichen Kohleregionen.
  • Die Niederlande: EMA-Pressekonferenz zu Corona- und Affenpocken-Impfstoffen.
  • Großbritannien: Der ehemalige Polizeibeamte Wayne Couzens, der wegen des Mordes an Sarah Everard inhaftiert ist, muss sich vor Gericht wegen unsittlicher Entblößung verantworten.
  • Norwegen: Konferenz zur Meinungsfreiheit mit den Nobelpreisträgern Maria Ressa, Dmitry Muratov und Juan Manuel Santos.
  • Schweden: Treffen der Verteidigungsminister:innen aus Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Norwegen und Schweden.
  • Italien: Europäisches Haus – Wirtschaftsforum Ambrosetti.
  • Serbien: Präsident Aleksandar Vučić und die Ministerpräsidenten Albaniens (Edi Rama), Nordmazedoniens (Dimitar Kovačevski), Montenegros (Dritan Abazović) und Bosnien und Herzegowinas (Zoran Tegeltija) nehmen am Open Balkans Summit in Serbien teil. Die Außenminister Ungarns und der Türkei, Peter Szijjarto und Mevlut Cavusoglu, werden ebenfalls erwartet.