Europäische Investitionen treiben Kasachstans Wachstum

Die europäischen Investitionen in Kasachstan stiegen 2023 um 23 Prozent auf insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar und unterstreichen die vertieften wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Regionen. Auch im EU-Parlament wurde die strategische Partnerschaft diskutiert.

Euractiv's Advocacy Lab
This article is part of our special report "EU-Kasachstan Beziehungen: Strategischer und wirtschaftlicher Wandel"
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Katarína Neveďalová (Bild), EU-Abgeordnete und aktives Mitglied der Delegation für Zentralasien (DECAS), lenkte die Aufmerksamkeit auf die menschliche Dimension der Partnerschaft. [Photographer: Michel CHRISTEN]

Die europäischen Investitionen in Kasachstan stiegen 2023 um 23 Prozent auf insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar und unterstreichen die vertieften wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Regionen. Auch im EU-Parlament wurde die strategische Partnerschaft diskutiert.

Rückblickend auf eine 30-jährige diplomatische Beziehung betonte Bolat Akchulakov, Berater des Präsidenten von Kasachstan, die Bedeutung dieses Meilensteins zwischen der EU und Kasachstan: „Vor Kurzem haben wir den 30. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Kasachstan und der Europäischen Union gefeiert und unser gegenseitiges Interesse an der Zusammenarbeit in einer Vielzahl bilateraler und multilateraler Themen hervorgehoben“, erklärte er.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Kasachstan und der Europäischen Union bilden einen Grundpfeiler ihrer Partnerschaft. Akchulakov hob die erheblichen europäischen Investitionen in Kasachstan hervor: „Bis Ende 2023 stieg der Zufluss europäischer Investitionen nach Kasachstan um 23 Prozent auf insgesamt 12,5 Milliarden US-Dollar. Von den 350 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen, die Kasachstan in 30 Jahren Unabhängigkeit erhalten hat, stammt fast die Hälfte aus europäischen Quellen.“

Jerzy Olędzki, Mitglied des Stiftungsrates des Michal-Boym-Instituts für Asien- und Globalstudien sowie Experte für Zentralasien, gab weitere Einblicke in die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Er stellte fest: „Im Jahr 2023 war der Handelsumsatz um 4,2 Prozent höher als 2022 und erreichte 36 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig stieg der Wert der Investitionen aus der Europäischen Union im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 um 21 Prozent und erreichte über 11 Milliarden US-Dollar.“

Er betonte zudem die Diversifizierung der Investitionen und nannte Sektoren wie IT, Transportdienstleistungen, Fracht, Maschinenbau, Lebensmittel- und Pharmaindustrie: „Diese Sektoren gewinnen derzeit an Bedeutung. Seit 2022 hat der Export komplexer und technologisch fortschrittlicher Produkte aus der Europäischen Union erheblich zugenommen“, fügte Olędzki hinzu.

Energiekooperation

Die Energiekooperation bleibt ein zentraler Aspekt der EU-Kasachstan-Partnerschaft.

Akchulakov hob die strategische Bedeutung des Öl- und Gassektors hervor und erklärte: „Heute gehen 80 Prozent der kasachischen Ölexporte nach Europa, transportiert durch das Kaspische Pipeline-Konsortium. Wir danken der Europäischen Union für ihre Unterstützung und betonen, dass es von größter Bedeutung ist, den nicht sanktionierten Status des Konsortiums aufrechtzuerhalten, da dies den wirtschaftlichen Interessen sowohl Kasachstans als auch der Europäischen Union entspricht.“

Der Berater des Präsidenten erklärte, dass man beim Kaspischen Pipeline-Konsortiums auf die Unterstützung der EU zähle, „um langfristige und stabile Lieferungen durch diese strategisch wichtige Pipeline zu gewährleisten.“

Menschlicher Austausch und kulturelle Bindungen

Katarína Neveďalová, EU-Abgeordnete aus der Slowakei und aktives Mitglied der Delegation für Zentralasien (DECAS), lenkte die Aufmerksamkeit auf die menschliche Dimension der Partnerschaft. So sei sie überzeugt, „dass diese Region nicht nur für uns Europäer, sondern für die ganze Welt von Bedeutung ist“, seitdem sie die vor 15 Jahren zum ersten Mal besucht habe.

Auch zog Neveďalová Vergleiche zwischen den Bildungsinitiativen Kasachstans und der EU. So gebe es von der kasachischen Regierung ein ähnliches Programm wie das europäische Austauschprogramm Erasmus, „welches es Studierenden ermöglicht, an ausländischen Universitäten zu studieren und dann ins Land zurückzukehren, um dort zu arbeiten“.

Sie betonte die junge Bevölkerung der Region und deren Mehrsprachigkeit: „Die Region und insbesondere Kasachstan haben eine sehr junge Bevölkerung, was einen großen Wert für das Land und die gesamte Region darstellt. Wir müssen auch verstehen, dass viele Menschen in Kasachstan von Natur aus zweisprachig oder sogar mehrsprachig sind.“

Transport und Logistik

Der Bereich Transport und Logistik ist ein kritischer Bereich der Zusammenarbeit. Olędzki bemerkte, dass „die Investitionen Kasachstans in die Entwicklung von Transport und Logistik in den letzten 15 Jahren 31 Milliarden Euro überstiegen haben.“ Die EU zeigt ihr Interesse an der Stärkung der Rolle Kasachstans im neuen Transportsystem, etwa durch die Einladung zum Global-Gateway-Projekt.

Umwelt- und Klimakooperation

Die Umwelt- und Klimakooperation hat ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Akchulakov unterstrich Kasachstans Engagement für die multilaterale Zusammenarbeit im Einklang mit der UN-Charta: „Unser Staat ist der multilateralen Zusammenarbeit gemäß der Charta der Vereinten Nationen und ihren Prinzipien verpflichtet und beteiligt sich aktiv an der Förderung internationaler Sicherheit und Stabilität.“

Er erwähnte den Beitritt Kasachstans zur Global Methane Pledge, was das Engagement des Landes für globale kohlenstoffarme Entwicklung bekräftigt und erhebliche Chancen für grüne Investitionen bietet.

Olędzki stimmte zu und hob die zunehmende Bedeutung kritischer Rohstoffe, des Umweltschutzes und der Bekämpfung des Klimawandels hervor. Angesichts der zunehmenden negativen Auswirkungen des Klimawandels in Europa und Zentralasien hätten die Bereiche Priorität sowohl für die Länder der Europäischen Union als auch für Kasachstan erlangt.

Luc Delvigne, stellvertretender Geschäftsführer des EAD, fügte hinzu: „Die Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und der Europäischen Union zeigt, was erreicht werden kann, wenn gegenseitige Interessen und gemeinsame Werte übereinstimmen. Diese Partnerschaft stärkt nicht nur unsere wirtschaftlichen Beziehungen, sondern fördert auch ein tieferes Verständnis und die Zusammenarbeit bei globalen Herausforderungen.“

[Bearbeitet von Brian Maguire | Euractiv’s Advocacy Lab ]