Europäer wollen stärkere Rolle der EU auf der Weltbühne [DE]

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage hat gezeigt, dass Europäer ein stärkeres Engagement der EU in der Außenpolitik befürworten. Mit US-Bürgern teilen sie Bedenken hinsichtlich des Klimawandels, der Energieabhängigkeit und des internationalen Terrorismus.

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Eine kürzlich durchgeführte Umfrage hat gezeigt, dass Europäer ein stärkeres Engagement der EU in der Außenpolitik befürworten. Mit US-Bürgern teilen sie Bedenken hinsichtlich des Klimawandels, der Energieabhängigkeit und des internationalen Terrorismus.

Eine überragende Mehrheit der Europäer (88%) ist der Meinung, dass die EU mehr Verantwortung in Hinblick auf weltweite Bedrohungen übernehmen sollte. Dies zeigte eine Studie, die am 6. September 2007 vom German Marshall Fund (GMF) veröffentlicht wurde.

Trotz der Zusicherungen der neuen Regierungschefs im Vereinigten Königreich, in Frankreich und in Deutschland, die transatlantischen Beziehungen zu verbessern, sagten 46% der Europäer, dass die Beziehungen nach den Präsidentschaftswahlen in den USA 2008 unverändert bleiben würden; dem gegenüberstehen 35%, die der Meinung sind, die Beziehungen würden sich verbessern. Unterdessen hat eine Umfrage zu europäischen Eliten eine Kluft zwischen der europäischen Öffentlichkeit und den EU-Politikern, die zum Großteil denken, dass die Wahlen die Beziehungen zwischen der EU und den USA verändern werden, aufgezeigt. 

Die Umfrage des GMF zeigte weiterhin, dass Europäer und Amerikaner ähnliche Bedenken haben. Die EU-Bürger sorgen sich am meisten um den Klimawandel (85%), Energieabhängigkeit (78%) und Gefahren, die vom internationalen Terrorismus ausgehen (66%). Die US-Bürger fühlen sich persönlich am ehesten betroffen von Energieabhängigkeit (88%), einem Wirtschaftsabschwung (80%) und internationalem Terrorismus (74%).

Eine Umfrage zu Eliten bestätigt eine Kluft der Wahrnehmungen zwischen EU-Politikern und der allgemeinen Öffentlichkeit in Hinblick auf die Beziehung zu Drittstaaten. Während die Mehrheit der EU-Bürger (65%) China als eine wirtschaftliche und militärische Gefahr betrachtet, sind 84% der Beamten aus Kommission und Rat gegenteiliger Meinung. Andererseits ist eine überragende Mehrheit der EU-Beamten (90%) ernsthaft besorgt über Russlands Rolle als Energielieferant, wohingegen die allgemeine Öffentlichkeit (70%) ehr über dessen Rolle bei Waffenlieferungen in die Staaten des Nahen Ostens beunruhigt ist.

Pierangelo Isernia, der Leiter des Umfrageprojekts über Eliten der Universität von Siena, sagte, die anhaltende Kluft zwischen der europäischen Elite und der allgemeinen Öffentlichkeit könne problematisch werden.

Sowohl die Umfrage des German Marshall Fund als die Umfrage zu Eliten wurden im Juni 2007 von TNS Opinion durchgeführt; sie enthalten eine Datensammlung aus den USA sowie aus zwölf europäischen Staaten einschließlich der Türkei.