Eurozone: Verbraucher erwarten niedrigere Inflation, schleppende Wohnpreise
Die Verbraucher in der Eurozone erwarten, dass sich die Inflation in den nächsten Monaten und Jahren weiter verlangsamen wird, bleiben aber pessimistisch, was ihre Kaufkraft und die Immobilienpreise angeht, wie eine Umfrage der Europäischen Zentralbank am Dienstag ergab.
Die Verbraucher in der Eurozone erwarten, dass sich die Inflation in den nächsten Monaten und Jahren weiter verlangsamen wird, bleiben aber pessimistisch, was ihre Kaufkraft und die Immobilienpreise angeht, wie eine Umfrage der Europäischen Zentralbank am Dienstag ergab.
Die monatliche Umfrage der EZB zu den Verbrauchererwartungen ist ein weiteres Indiz dafür, dass die bisher steilste Serie von Zinserhöhungen der Zentralbank allmählich erfolgreich verhindert, dass sich die derzeitige hohe Inflationsrate in den Köpfen der Menschen verankert.
In der Juni-Ausgabe der Umfrage rechnete der Median der Befragten mit einer durchschnittlichen Inflation von 3,4 Prozent in den nächsten 12 Monaten, was einem Rückgang von 3,9 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht. Damit setzt sich der Rückgang fort, der Ende 2022 einsetzte, als sich das tatsächliche Preiswachstum zu verlangsamen begann.
Die Verbraucher senkten auch ihre Erwartungen für die Inflation in den nächsten drei Jahren von 2,5 Prozent im Mai auf 2,3 Prozent und kamen damit dem 2-Prozent-Ziel der EZB näher.
Die Umfrage zeigte auch, dass die Verbraucher weiterhin davon ausgingen, dass ihr Einkommen in den nächsten 12 Monaten mit 1,2 Prozent viel langsamer steigen würde als die Inflation und die Ausgaben, was eine erwartete Senkung des Lebensstandards und der Ersparnisse bedeutet.
Die Befragten zeigten sich zudem auch weiterhin pessimistisch, was die Entwicklung der Immobilienpreise betrifft, von denen erwartet wird, dass sie im nächsten Jahr um nur 2,1 Prozent steigen würden.
Aus einem Begleitartikel zur Umfrage ging hervor, dass sich die Einschätzung der Haushalte in Bezug auf den Wohnungsmarkt seit Mitte 2021 aufgrund der Erwartung höherer Hypothekenzinsen und Inflation sowie eines geringeren Wirtschaftswachstums deutlich verschlechtert hat.