Explosion und drohende Kernschmelze im japanischen AKW

Im schwerbeschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 hat sich am Samstag eine Explosion ereignet. Die Evakuierung wurde ausgeweitet. Radioaktive Strahlung ist ausgetreten. Die drohende Kernschmelze stellt nach den Worten von Bundesumweltminister Norbert Röttgen keine Gefahr für die Bevölkerung in Deutschland dar.

Erst das Erdbeben, dann die Flutwelle – Japan erleidet am 11. März 2011 verheerende Zerstörungen durch einen Tsunami. Foto: dpa
Erst das Erdbeben, dann die Flutwelle - Japan erleidet am 11. März 2011 verheerende Zerstörungen durch einen Tsunami. Foto: dpa

Im schwerbeschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 hat sich am Samstag eine Explosion ereignet. Die Evakuierung wurde ausgeweitet. Radioaktive Strahlung ist ausgetreten. Die drohende Kernschmelze stellt nach den Worten von Bundesumweltminister Norbert Röttgen keine Gefahr für die Bevölkerung in Deutschland dar.

Nach einer Explosion im schwerbeschädigten Atomkraftwerk Fukushima stürzte das Dach des Reaktorgebäudes ein, berichtet der Nachrichtenagentur Jiji. Die Agentur berief sich auf die Präfektur Fukushima. Der Fernsehsender NHK meldete, die Außenhülle des Reaktorgehäuses scheine abgesprengt worden zu sein. Die Betreibergesellschaft Tepco erklärte, es sei möglicherweise Wasserstoff zum Kühlen der Anlage explodiert. Vier Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden. Ihr Zustand sei nicht lebensbedrohlich. Die Atombehörde teilte mit, die Explosion habe sich nicht im Reaktor ereignet, dem eine Kernschmelze droht.

Röttgen: Keine Gefahr für Deutschland

Die im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 drohende Kernschmelze stellt nach den Worten von Bundesumweltminister Norbert Röttgen keine Gefahr für die Bevölkerung in Deutschland dar. "Wir gehen davon aus, dass eine Gefährdung Deutschlands praktisch ausgeschlossen werden kann", sagte Röttgen am Samstag beim Parteitag der NRW-CDU in Siegen. Dafür spreche einerseits die große Entfernung, andererseits trieben Winde bei der derzeitigen Wetterlage austretende Radioaktivität auf den Pazifik hinaus.

Röttgen sagte, ihm lägen seit dem Morgen Hinweise vor, dass in dem japanischen Reaktor eine Kernschmelze im Gang sei. Es habe eine Explosion gegeben, Radioaktivität sei ausgetreten und Cäsium 137 gemessen worden. "Die Anzeichen für eine Kernschmelze mehren sich", unterstrich der Minister. Die Situation in vier weiteren Atomblöcken in Japan sei zudem nicht genau bekannt. Deutschland stehe in Kontakt mit der internationalen Atomenergiebehörde IAEA und der OECD. Die Bundesrepublik habe zudem Hilfsmaßnahmen eingeleitet.

Gefahr für Reaktorhülle

Auf NHK-Bildern war weißer Rauch über der Anlage zu sehen. Die Tokioter Feuerwehr habe eine Spezialeinheit zum Kraftwerk entsandt, hieß es. Jiji hatte zuvor gemeldet, möglicherweise seien bereits Kernbrennstäbe geschmolzen. Die Atombehörde erklärte zunächst, durch Öffnen der Ventile sei der Druck im Reaktor verringert worden. Das Risiko einer radioaktiven Verseuchung sei gering. Experten zufolge kann das Entweichen von Radioaktivität eingedämmt werden, solange die Reaktorhülle hält. Wie stark die Hülle durch das Beben beschädigt wurde, ist jedoch nicht bekannt.

Durch das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans und der folgenden Zehn-Meter-Tsunami-Flutwelle wurden Medienberichten zufolge mindestens 1300 Menschen getötet.

EURACTIV/rtr/mka

Links

EURACTIV.de: Erdbeben und Tsunami-Katastrophe in Japan (11. März 2011)