EZB erhöht den Leitzins [DE]
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum zweiten Mal seit Dezember 2005 den Leitzins angehoben. Ein weiterer Anstieg wird nicht ausgeschlossen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum zweiten Mal seit Dezember 2005 den Leitzins angehoben. Ein weiterer Anstieg wird nicht ausgeschlossen.
Wie erwartet hat die EZB am 2. März den Leitzins um 0,25 Punkte auf nun 2,5 % angehoben. Dies war die zweite Erhöhung innerhalb der letzten drei Monate (im Dezember stieg der Leitzins ebenfalls um 0,25 Punkte). Die EZB begründete diesen Schritt mit einer gestiegenen Inflationsgefahr im Euroraum.
Infolge dieser letzten Erhöhung sind die Zinsen auf den Finanzmärkten im Euroraum auf den höchsten Stand seit drei Jahren angestiegen.
Ihrer letzte Prognose zufolge soll das Wirtschaftwachstum in 2006 1,9 % betragen. Für 2005 wurde mit einem Wachstum von 1,4 % gerechnet. Es wird erwartet, dass die Inflationsrate in 2006 und 2007 oberhalb des angestrebten Werts von unter 2 % liegen wird.
EZB-Präsident Trichet hat bereits angedeutet, dass weitere Leitzinsanhebungen nicht auszuschließen seien und dass die Bank bereit sei zu handeln, wenn es die Situation erfordere. Er gehe davon aus, dass die Zinsen auch weiterhin auf einem niedrigen Niveau bleiben würden. Er sagte weiter, dass die EZB eine angemessene Geldpolitik verfolge.
Die Leitzinserhöhung wurde bereits von vielen erwartet. Insbesondere nachdem Deutschland am 2. März einen Bericht veröffentlicht hatte, in dem es hieß, dass der Umsatz des Einzelhandels im Januar 2006 um 2,7 % gestiegen sei. Hieraus lässt sich schließen, dass die Verbraucher der größten Wirtschaft des Euroraums langsam wieder Vertrauen fassen.
Italien hingegen warnt davor, dass sich die Leitzinserhöhung auf die langsame Erholung seiner Wirtschaft negativ auswirken könnte. Die Lega Nord, Mitglied der italienischen Regierungskoalition, wiederholte indessen ihre Absicht für die Wiedereinführung der Lira zu kämpfen.