Feier mit russischer Botschaft: Slowakische Stadt sorgt für Empörung

Poltár, eine Stadt in der Südslowakei, hat Vertreter:innen der russischen Botschaft zu einer Gedenkfeier an die Befreiung des Zweiten Weltkriegs eingeladen, was vom Verteidigungsministerium scharf kritisiert wurde.

EURACTIV.sk
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Bürgermeister Peter Sitor hält es für falsch, den Zweiten Weltkrieg zu einer politischen Frage zu machen. In seiner Rede rief er dazu auf, Vergangenheit und Gegenwart nicht zu vermischen, und dankte dem Vertreter der russischen Botschaft, Andrej Baraschkin, für seinen Besuch in Poltár auf Slowakisch und Russisch. [Shutterstock/Karolis Kavolelis]

Poltár, eine Stadt in der Südslowakei, hat Vertreter:innen der russischen Botschaft zu einer Gedenkfeier an die Befreiung des Zweiten Weltkriegs eingeladen, was vom Verteidigungsministerium scharf kritisiert wurde.

„Diese Aktion steht in absolutem Widerspruch zu den Werten des Verteidigungsministeriums, der Slowakischen Republik und der gesamten demokratischen Welt“, schrieb das Ministerium in einer Erklärung.

Bürgermeister Peter Sitor hält es dagegen für falsch, den Zweiten Weltkrieg zu einer politischen Frage zu machen. In seiner Rede rief er dazu auf, Vergangenheit und Gegenwart nicht zu vermischen, und dankte dem Vertreter der russischen Botschaft, Andrej Baraschkin, für seinen Besuch in Poltár auf Slowakisch und Russisch.

Sitor hat sein Amt erst vor wenigen Wochen angetreten und kandidierte bei den Kommunalwahlen im Herbst unter anderem mit der Unterstützung der rechtsextremen Bewegungen Republika und Slowakische Erneuerungsbewegung.

Auf die Frage, ob er es nicht problematisch finde, die Befreiung mit Vertreter:innen eines Landes zu feiern, das Krieg gegen seinen Nachbarn führt, sagte er nur, er verurteile den Krieg, aber Feinde seien „nicht die Länder“, sondern Einzelpersonen, die Hass verbreiteten und sich am Unglück anderer beteiligten. Er sagte auch, die Menschen, die nach Poltár gekommen seien, würden keine Schuld an dem Krieg tragen.

Die Gedenkveranstaltung wurde von der Slowakischen Union der Antifaschistischen Kämpfer mitorganisiert und von der Bezirksvorsitzenden der Hlas-Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Peter Pellegrini besucht, die laut Umfragen derzeit die stärkste Partei in der Slowakei ist.

Hlas schrieb in einer Erklärung, die Partei unterstütze die antifaschistische Politik und sei nicht für die eingeladenen Gäste verantwortlich.

Verteidigungsminister Jaroslav Naď (OĽaNO) warnte die Slowakische Union der Antifaschistischen Kämpfer: „Wenn ein Zweig der Organisation weiterhin Veranstaltungen mitorganisiert, bei denen die staatliche Tötung Unschuldiger gelobt wird, müssen wir die Zusammenarbeit mit ihnen beenden.“